{"corpus":"steiner","locus":"GA 139/1912-09-21/p030","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Denken wir uns eine solche Seele, die noch ganz drinnensteht in dem Lebendigen der früheren Zeit, aber nicht hineinschauen kann in die geistige Welt, die nur erfassen kann das äußere Abbild, bei der zugedeckt ist - wegen ihrer besonderen Mission - dasjenige, was vorher die Menschen beglückt hat; auf der anderen Seite hat sie aber von der neuen Ich-Welt nichts anderes als ein paar Begriffe, an denen sie sich festhalten muß, dann haben wir die Seele des Ermpedokles. Denn so steht die Seele des Empedokles vor uns, wenn wir ihr Innerstes erfassen wollen. Fast Zeitgenosse des Weisen von Syros ist Empedokles. Kaum zwei drittel Jahrhunderte später lebt er. Aber ganz anders ist seine Seele beschaffen. Den Übergang mußte sie vollziehen über den Rubikon von dem alten Hellsehen zu dem abstrakten Begreifen des Ich. Da sehen wir, wie auf einmal zwei Welten zusammenstoßen. Da sehen wir, wie das Ich hereindämmert und seiner Erfüllung entgegengeht. Da sehen wir die Seelen der alten griechischen Philosophen, die dazu verurteilt waren, zuerst das aufzunehmen, was wir jetzt Vernunft, Logik nennen; da sehen wit, wie ihre Seelen ausgeleert waren von den alten Offenbarungen. Und in diese Seelen mußte hineingegossen werden der neue Impuls, der Impuls von Golgatha.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Siebenter Vortrag","site_heading":null,"date":"1912-09-21","location":null,"word_count":201,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/139/1912-09-21/p030","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/139/1912-09-21/p030"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/139/1912-09-21/p030","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}