{"corpus":"steiner","locus":"GA 14/ga014-2_scene05/p002","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Eine Landschaft, in welcher sich das einsame Haus Baldes befindet. Abendstimmung. Frau Bälde, Capesius, dann Felix Bälde; \nspäter Johannes und dessen Doppelgänger, hernach Lucifer und \nAhriman. \nCAPESIUS (ankommend und sich einer Bank nähernd vor Baldes Haus, auf welcher Frau Bälde sitzt): \nErlaubt ihr wohl, daß euer alter Freund \nEin wenig weilen darf bei euch? \nEr braucht jetzt mehr als je vorher, \nWas er so oft in eurem Hause fand. \nFRAU BÄLDE: \nSchon als ich euch von ferne kommen sah, \nErzählten eure müden Schritte mir \nUnd, da ihr näher tratet, euer Auge auch, \nDaß Leid in eurer Seele heute wohnt. \nCAPESIUS (der sich gesetzt hat): \nViel Heiterkeit in euer Heim zu bringen, \nEs war auch sonst mir nicht gegeben; \nDoch heute bitt' ich um besondre Nachsicht, \nWenn ich mit meinem friedelosen Herzen \nDas Heim des Friedens überfalle. \nFRAU BÄLDE: \nIhr wäret damals schon so gerne hier gesehen, \nAls kaum ein andrer Mensch \nIn dieses Hauses Nähe kam. -\nTrotz manchem, was sich zwischen uns gestellt, \nSeid ihr uns Freund geblieben, \nAuch jetzt, da unsre weltenferne Stätte \nGar mancher gerne sucht. \nCAPESIUS: \nSo ist denn wahr, was ich gehört, \nDaß euer lieber Felix, \nDer vordem so verschlossen war, \nIn diesen Tagen ist geworden \nEin vielgesuchter Mann? \nFRAU BÄLDE: \nAch ja, der gute Felix \nVerschloß uns einst vor aller Welt —. \nUnd jetzt muß er so vielen Leuten Rede stehn. \nAls seine Pflicht erscheint dies neue Leben ihm. \nIn frühern Tagen wollte er \nDem eignen Innern nur vertraun, \nWas Wald und Fels ihm offenbarten \nVon Geistestaten und Naturgewalten. \nAuch schien es früher keinem Menschen wissens-\n[wert. \nWie hat die Zeit sich doch verändert! \nEs hören jetzt recht viele Menschen \nGar gierig auf die Wissenschaft, \nDie Felix ihnen offenbaren kann \nUnd die sie vorher doch nur töricht fanden. \nUnd wenn mein lieber guter Mann \n(Felix Bälde kommt aus dem Haus.) \nOft stundenlang erzählen muß, \nDann sehn' ich mich nach alten Zeiten, \nIn denen Felix mir so ernst bedeutet hat, \nWie nur im stillen Herzen tragen soll \nDie Seele ihre Geistesgaben, \nDie ihr aus Götterreichen \nIn Gnade sind verliehn -, \nUnd daß Verräter wird am hohen Geistesworte,","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Prüfung der Seele — Fünftes Bild","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":352,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-2_scene05/p002","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["APC1925"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-2_scene05/p002"},{"lang":"en","edition":"APC1925","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/14/ga014-2_scene05/p002"}]}