{"corpus":"steiner","locus":"GA 14/ga014-2_scene05/p003","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wer solchem Ohr es offenbart, \nDas nur der Sinnenwelt erschlossen ist. \nFELIX BÄLDE: \nFelicia kann nur recht schwer sich finden \nIn unser ganz verändert Leben; \nSie hat die alte Einsamkeit beklagt \nUnd klagt nicht minder jetzt, \nDa wir so manchen Tag nur wenig Stunden \nNoch für uns selber haben. \nCAPESIUS: \nUnd was hat euch bewogen, \nDas früher so verschloßne Haus \nDen Menschen gastlich zu eröffnen? \nFELIX BÄLDE: \nGehorsam folgte ich der Geistesführung, \nDie mir im Herzen spricht, \nAls sie zu schweigen mir gebot. \nUnd jetzt, da sie mich reden heißt, \nWill ich ihr gleich ergeben sein. \nDer Menschheit Wesen ändert sich \nIm Werdegang des Erdenseins. \nAn einem Zeitenwendepunkte stehen wir. \nEs muß ein Teil der Geist-Erkenntnis \nErschlossen werden allen Menschen, \nDie ihr Gemüt ihr öffnen wollen. — \nIch weiß, wie wenig meine Art entspricht \nDen Formen, die man heute gelten läßt. \nUm auszusprechen, was im Geiste lebt, \nVerordnet man die strengste Logik und GedankenSie werden meinen Reden abgesprochen, [fügung. \nMan sagt, daß wahrer Wissenschaft, \nDie nur auf festen Stützen ruhen soll, \nMein Wesen bloß als Beispiel gelten kann, \nWie Menschenseelen träumen, \nWenn sie, der Wissenschaft und Bildung fremd, \nAuf eignen Wegen Weisheit suchen; \nDoch sei es wertvoll, meinen manche, \nWie durch die Wirrnis meiner Worte \nZuweilen etwas zu entdecken ist, \nDas mit Vernunft sich fassen läßt. \nIch bin ein Mann, dem ohne Kunst \nIns Herz muß strömen, \nWas sich ihm offenbaren mag. \nIch kenne nicht ein Wissen ohne Worte. -\nWenn ich in Herzenstiefen Einkehr halte \nUnd auch, wenn ich Natur belausche, \nSo lebt in mir das Wissen, \nDas Worte nicht erst suchen muß : \nDie Sprache ist ihm so verbunden \nWie seine Leibesform dem Erdenmenschen. -\nEin Wissen, das in dieser Art \nAus Geisteswelten sich uns offenbart, [verstehn. \nIst nützlich auch den Menschen, die es nicht \nEs soll deshalb ein jeder zu mir kommen dürfen, \nDer hören will, was ich zu sagen habe. \nIch weiß recht gut, wie nur die Neugierd' \nUnd andre wenig gute Gründe viele leiten. \nAuch wenn die Seelen solcher Menschen \nIn dieser Erdenzeit noch nicht ergriffen werden: \nEs wird das Gute in sie eingepflanzt \nUnd wird in ihnen weiterwirken. \nCAPESIUS: \nIch möchte offen mit euch sprechen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Prüfung der Seele — Fünftes Bild","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":361,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-2_scene05/p003","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["APC1925"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-2_scene05/p003"},{"lang":"en","edition":"APC1925","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/14/ga014-2_scene05/p003"}]}