{"corpus":"steiner","locus":"GA 14/ga014-2_scene05/p009","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Willst du dich nicht bescheiden \nAn meine Kräfte halten. \nO Mensch, erkühne dich, \nO Mensch, erlebe mich. \n(Lucifer und Ahriman verschwinden, desgleichen der Doppelgänger. - Johannes geht in tiefem Sinnen in das Dunkel \ndes Waldes.) \n(Capesius erscheint wieder. Er hat hinter dem Gesträuch die \nSzene zwischen Johannes und dem Doppelgänger wie in \neiner Vision mitgemacht.) \nCAPESIUS: \nWie war mir eben? Wie ein schwerer Alp \nBelastet's mich. Thomasius kam des Weges; \nEr schien in tiefes Sinnen mir versunken. \nEr blieb dann stehen, wie mit jemand sprechend, \nUnd doch war niemand außer ihm am Orte. \nIch fühlte, wie wenn schwere Angst mich drückte; \nIch sah nicht mehr, was dann um mich geschah. \nWie schlafend, unbewußt muß ich doch wohl \nIn jene Bilderwelt versunken sein, \nAuf die ich mich ganz gut besinnen kann. \nEs muß nur kurze Zeit gewesen sein, \nDaß ich so träumend selbstverloren saß. \nUnd doch, wie reich war jene Traumes weit, \nUnd wie befremdend scheint sie mir zu sein. \nIch konnte Menschen aus vergangnen Tagen \nGanz deutlich sehen und auch sprechen hören. \nVon einem Geistesbunde träumte ich, \nDer nach der Menschheit Höhen zielvoll strebte. \nMich selbst erkannt' ich klar in ihrer Mitte. \nUnd fühlen mußt' ich mich vertraut mit allem. \nEin Traum nur -, doch erschütternd war der \nIch weiß, daß ich gewiß in diesem Leben [Traum. \nDergleichen niemals kann erfahren haben. \nUnd was mir als Empfindung ist geblieben, \nErfüllt die Seele wie das volle Leben. \nMich zieht es urgewaltig nach den Bildern —: \nO, könnte ich den Traum doch wieder schauen. \n(Vorhang, während Capesius stehenbleibt.) \nDas Folgende stellt Bilder von Vorgängen aus dem ersten Drittel \ndes vierzehnten Jahrhunderts dar. Der Fortgang wird zeigen, \ndaß in ihnen die Rückschau von Capesius, Thomasius und \nMaria in ihr früheres Erdenleben zu sehen ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Prüfung der Seele — Fünftes Bild","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":291,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-2_scene05/p009","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["APC1925"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-2_scene05/p009"},{"lang":"en","edition":"APC1925","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/14/ga014-2_scene05/p009"}]}