{"corpus":"steiner","locus":"GA 14/ga014-2_scene11","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-2_scene11","ga":"14","lecture":"ga014-2_scene11","lecture_number":null,"title":"Die Prüfung der Seele — Elftes Bild","site_heading":null,"date":null,"location":null,"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"passage_count":3,"word_count":704,"translation_credit":null,"witnesses":[{"lang":"de","edition":"original","is_original":true,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":3,"passage_count":3,"word_count":704},{"lang":"en","edition":"APC1925","is_original":false,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":8,"passage_count":8,"word_count":833,"completeness":{"ratio":1.18,"band":"comparable","note":null}}],"passages":[{"locus":"GA 14/ga014-2_scene11/p001","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-2_scene11/p001","passage_number":1,"word_count":3,"text":"## GA 14"},{"locus":"GA 14/ga014-2_scene11/p002","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-2_scene11/p002","passage_number":2,"word_count":361,"text":"Dasselbe Meditationszimmer wie im zweiten Bilde. Maria, \nAhriman. \nAHRIMAN: \nBenedictus hat die Gedankenfäden \nMit List gesponnen, denen du gefolgt. \nSie haben dich in Irrtum wohl verstrickt. \nThomasius und auch Capesius, \nSie sind desselben Wahngesichtes Opfer. \nZugleich mit deinem fielen ihre Blicke \nAuf langvergangner Erdentage Leben. \nIhr sucht seither in jener Zeit das Dasein, \nDas eurer Gegenwart vorangegangen. \nIhr werdet Irrtum nur aus Irrtum zeugen, \nWenn ihr euch wollt dadurch bestimmen lassen, \nDem Erdenpfade Pflichten vorzuzeichnen, \nDie eures Wahneswissens Folge sind. \nDaß Benedictus nur aus deinem Hirn \nDie Bilder nahm und sie in frühe Zeiten setzte: \nDies kannst du klar aus eignem Wissen finden. \nDu sahst die Menschen deiner eignen Tage \nVerschieden kaum von jenen alter Zeit. \nDu sähest Mann als Mann und Frau als Frau, \nUnd auch die Eigenschaften waren ähnlich. \nEs kann dir so kein Zweifel mehr bestehn, \nDaß du nicht Wahrheit, sondern nur den Wahn \nDer eignen Seele mit dem Geistesauge \nIn graue Vorzeit dir zurückverlegtest. \nMARIA: \nIch schaue dich als aller Täuschung Vater, \nDoch weiß ich auch, daß du oft Wahrheit sprichst. \nUnd wer verwerfen wollte jeden Rat, \nDen er durch deine Worte kann erhalten, \nDer müßte schwersten Irrtums Opfer werden. \nWie Wahn der Wahrheit Maske sich bedient, \nUm Menschenseelen sicher einzufangen, \nSo kann der Mensch sich leicht dem Trug ergeben, \nWenn er nur stets an allen Irrtumsquellen \nIn feiger Furcht vorbei sich schleichen wollte. \nNicht Wahn allein verdanket dir die Seele: \nAuch jene Macht entstammt dem Geist des Truges, \nDie Menschen sichre Urteilskraft verleiht. \nDrum will ich mich dir frei entgegenstellen. \nErgriffen hast du mich an jenem Seelenteil, \nDer wachsam stets sich selbst bewahren muß. \nErwäg' ich alle Gründe, welche du \nMir eben klug berechnend vorgehalten, \nSo scheint nur eignen Hirnes Bildgestalt \nIn frühe Erdentage hinversetzt. \nDoch frag' ich dich, ob deiner Weisheit sich \nFür alle Erdenzeiten Pforten öffnen? \nAHRIMAN: \nIn keinem Geistesreiche leben Wesen, \nDie sich mir feindlich dann entgegenstellen, \nWenn ich in Erdenzeiten Einlaß brauche. \nMARIA: \nDie hohen Schicksalsmächte haben weise \nIn dir den Widersacher sich bestellt; \nDu förderst alles, das du hemmen willst. \nDu bringst den Menschenseelen Freiheitsmacht, \nWenn du in ihre Seelengründe dringst. \nVon dir entspringen die Gedankenkräfte, \nDie Ursprung zwar der Wissens-Truggebilde,"},{"locus":"GA 14/ga014-2_scene11/p003","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-2_scene11/p003","passage_number":3,"word_count":340,"text":"Doch auch des Wahrheitssinnes Führer sind. \nEs gibt nur Ein Gebiet im Geisterland, \nIn dem das Schwert geschmiedet werden kann, \nVor dessen Anblick du verschwinden mußt. \nEs ist das Reich, in dem die Menschenseelen \nSich aus Verstandeskräften Wissen bilden \nUnd dann zur Geistesweisheit umgestalten. \nUnd kann ich mir in diesem Augenblicke richtig \nDas Wahrheitswort zum Schwerte schmieden, \nSo wirst du diesen Ort verlassen müssen. \nSo höre du, der Vater ist der Täuschung, \nOb ich vor dir die Siegeswahrheit spreche. \nEs gibt im Erdenwerden solche Zeiten, \nIn welchen alte Kräfte langsam sterben \nUnd sterbend schon die neuen wachsen sehn. \nIn solcher Zeitenwende fanden ich \nUnd meine Freunde uns im Geist vereint, \nAls sie die frühern Erdenleben suchten. \nEs wirkten damals wahre Geistesmenschen, \nDie sich zur Seelenbrüderschaft verbanden \nUnd aus der Mystik Reich sich Ziele holten. \nIn solchen Erdentagen werden Keime \nIn Menschenseelen sorgsam eingepflanzt, \nDie lange Zeit zur vollen Reife brauchen. \nDie Menschen müssen dann im nächsten Leben \nNoch Eigenschaften aus dem frühern zeigen. \nEs werden viele Männer solcher Zeiten \nIn einem nächsten Leben wieder Männer; \nUnd viele Frauen werden Frauen wieder. \nEs ist dann auch die Zeitenlänge kürzer \nAls jene, die sonst zwischen Leben liegt. \nEs fehlet dir für solche Zeitenwenden \nDer sichre Öick. Deshalb vermagst du nicht \nIhr Werden irrtumlos zu überschauen. \nGedenke, wie wir uns begegnet sind \nIm Hause jener Geistesbrüderschaft: \nUnd du mit Worten sprachst, die mir den Selbstsinn \nIn tiefster Seele schmeichelnd lösen sollten. \nErinnerung für diese Zeit verleiht \nMir jetzt die Kraft, mich dir zu widersetzen. \n(Ahriman entfernt sich mit einer unwilligen Gebärde. \nDonner.) \nMARIA: \nEr hat die Stätte so verlassen müssen, \nDie Benedictus' Segen oft empfangen. \nMir aber hat sich herrlich offenbart, \nWie leicht der Irrtum Seelen kann befallen, \nDie ohne Wachsamkeit dem Geistgehör \nSich öffnen und die sichren Wege meiden. \nEs hat der Widersacher starke Kräfte, \nDes Lebens Widersprüche zu betonen \nUnd so den Seelen Sicherheit zu rauben. \nEr muß verstummen, wenn das Licht erscheint, \nDas aus den Weisheitsquellen selber leuchtet \nUnd Geistesblicken Helligkeit verleiht. \n(Vorhang fällt, während Maria noch im Zimmer ist.)"}]}