{"corpus":"steiner","locus":"GA 14/ga014-2_scene11/p003","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Doch auch des Wahrheitssinnes Führer sind. \nEs gibt nur Ein Gebiet im Geisterland, \nIn dem das Schwert geschmiedet werden kann, \nVor dessen Anblick du verschwinden mußt. \nEs ist das Reich, in dem die Menschenseelen \nSich aus Verstandeskräften Wissen bilden \nUnd dann zur Geistesweisheit umgestalten. \nUnd kann ich mir in diesem Augenblicke richtig \nDas Wahrheitswort zum Schwerte schmieden, \nSo wirst du diesen Ort verlassen müssen. \nSo höre du, der Vater ist der Täuschung, \nOb ich vor dir die Siegeswahrheit spreche. \nEs gibt im Erdenwerden solche Zeiten, \nIn welchen alte Kräfte langsam sterben \nUnd sterbend schon die neuen wachsen sehn. \nIn solcher Zeitenwende fanden ich \nUnd meine Freunde uns im Geist vereint, \nAls sie die frühern Erdenleben suchten. \nEs wirkten damals wahre Geistesmenschen, \nDie sich zur Seelenbrüderschaft verbanden \nUnd aus der Mystik Reich sich Ziele holten. \nIn solchen Erdentagen werden Keime \nIn Menschenseelen sorgsam eingepflanzt, \nDie lange Zeit zur vollen Reife brauchen. \nDie Menschen müssen dann im nächsten Leben \nNoch Eigenschaften aus dem frühern zeigen. \nEs werden viele Männer solcher Zeiten \nIn einem nächsten Leben wieder Männer; \nUnd viele Frauen werden Frauen wieder. \nEs ist dann auch die Zeitenlänge kürzer \nAls jene, die sonst zwischen Leben liegt. \nEs fehlet dir für solche Zeitenwenden \nDer sichre Öick. Deshalb vermagst du nicht \nIhr Werden irrtumlos zu überschauen. \nGedenke, wie wir uns begegnet sind \nIm Hause jener Geistesbrüderschaft: \nUnd du mit Worten sprachst, die mir den Selbstsinn \nIn tiefster Seele schmeichelnd lösen sollten. \nErinnerung für diese Zeit verleiht \nMir jetzt die Kraft, mich dir zu widersetzen. \n(Ahriman entfernt sich mit einer unwilligen Gebärde. \nDonner.) \nMARIA: \nEr hat die Stätte so verlassen müssen, \nDie Benedictus' Segen oft empfangen. \nMir aber hat sich herrlich offenbart, \nWie leicht der Irrtum Seelen kann befallen, \nDie ohne Wachsamkeit dem Geistgehör \nSich öffnen und die sichren Wege meiden. \nEs hat der Widersacher starke Kräfte, \nDes Lebens Widersprüche zu betonen \nUnd so den Seelen Sicherheit zu rauben. \nEr muß verstummen, wenn das Licht erscheint, \nDas aus den Weisheitsquellen selber leuchtet \nUnd Geistesblicken Helligkeit verleiht. \n(Vorhang fällt, während Maria noch im Zimmer ist.)","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Prüfung der Seele — Elftes Bild","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":340,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-2_scene11/p003","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["APC1925"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-2_scene11/p003"},{"lang":"en","edition":"APC1925","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/14/ga014-2_scene11/p003","paragraph_aligned":true}]}