{"corpus":"steiner","locus":"GA 14/ga014-2_scene13/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So wird er furchtlos sich gestehen können, \nDaß seine Seele alter Fehler Wirkung \nNoch durch die Todespforte tragen muß. \nEr wird als Sieger sich bewähren können \nIm Kampfe, der die Geistespforten öffnet, \nWenn er dem Wächter kühn ins Auge schaut, \nDer vor des Geisterlandes Schwelle steht. \nEs wird ihm dieser Hüter offenbaren, \nDaß niemand zu den Lebenshöhen kommt, \nDen furchtsam macht des Daseins Schicksalsbuch. \nEr wird sich mutvoll zu der Einsicht wenden, \nDaß Selbsterkenntnis Schmerzen zeugen muß, \nFür die sie selbst nicht Trostesworte kennt. \nEs wird der Wille ihm Genosse werden, \nDer mutig sich der Zukunft übergibt \nUnd, durch der Hoffnung Kräftequell gestärkt, \nErkenntnisschmerzen sich entgegenstellt. \nBENEDICTUS: \nIhr, meine Brüder, habt in dieser Stunde, \nAls unsres Tempels treu ergebne Diener, \nDie Wege euch in Weisheit vorgezeichnet, \nAuf welchen ihr die beiden Geistessucher \nZu ihrer Seelen Zielen führen könnt. \nNoch andres Werk verlangt des Tempels Dienst. \nIhr seht den Wunschgebieter uns zur Seite; \nEr durfte diese Weihestatt betreten, \nWeil ihm Johannes' Seele öffnen konnte \nDie Pforten, die ihm sonst verschlossen sind. \nDer Bruder, dem wir unsre Weihe gaben, \nIhm fehlt in diesen Zeiten noch die Kraft, \nDen Worten mutig Widerstand zu leisten, \nDie aus den Finsternissen sich erschaffen. \nIhm werden gute Kräfte erst erstarken, \nWenn sie am Gegensatz sich recht empfinden. \nSo wird er bald in unsrem Tempel wieder \nVon Bruderliebe warm umfangen sein. \nDoch muß sein Geistesschatz behütet werden, \nDa er in Finsternisse tauchen will. \n(Zu Lucifer sich wendend.) \nAn dich muß ich mich wenden, der nicht lange \nDen Ort beherrschen darf, an dem er steht. \nEs kann in dieser Zeit des Tempels Macht \nJohannes' Seele dir noch nicht entreißen; \nDoch wird sie künftig wieder unser sein, \nWenn unsrer Schwester Früchte reifen werden, \nDie wir als Blüten schon erkennen können. \n(Maria erscheint.) \nSie durfte im vergangnen Erdenleben \nErblicken, wie Johannes ihr verbunden. \nEr folgte ihren Spuren schon in Tagen, \nDa sie noch selbst sich widersetzen wollte \nDem Licht, dem sie nun voll ergeben ist. \nWenn Seelenbande sich so stark erweisen, \nDaß sie des Geistes Wandlung überdauern, \nDann wird des Wunschgebieters Macht gewiß \nAn ihrer Festigkeit zerbrechen müssen. \nLUCIFER: \nEs mußte Benedictus' eigner Wille \nJohannes' und Marias Seelen trennen. \nUnd wo sich Menschen voneinander sondern, \nDa ist für meine Macht das Feld bereitet. \nIch forsche stets nach Seelensondersein, \nUm freies Erdensein für Ewigkeiten \nVon aller Weltenknechtschaft zu erlösen. \nMarias Wesen hat im Mönchgewande \nDie Seele von dem Vater abgewandt,","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Prüfung der Seele — Dreizehntes Bild","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":398,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-2_scene13/p004","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["APC1925"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-2_scene13/p004"},{"lang":"en","edition":"APC1925","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/14/ga014-2_scene13/p004"}]}