{"corpus":"steiner","locus":"GA 14/ga014-2_scene13/p005","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Die jetzt Johannes' Leibesform belebt. \nAuch dies hat mir die Keime zubereitet, \nDie ich zur Reife sicher bringen kann. \nMARIA (an Lucifer gewendet): \nEs gibt im Menschenwesen Liebequellen, \nZu denen deine Macht nicht dringen kann. \nSie öffnen sich, wenn alte Lebensfehler, \nDie unbewußt der Mensch auf sich geladen, \nIn spätem Erdenleben mit dem Geist \nGeschaut und durch den freien Opferwillen \nIn Lebenstaten umgewandelt werden, \nDie wahrem Menschenheile Früchte bringen. \nMir haben Schicksalsmächte schenken wollen \nDen Blick, dem Vorzeittage sichtbar sind; \nUnd auch die Zeichen sind mir schon gegeben, \nDie mich den Opferwillen lenken lehren, \nDaß Heil erwachse jenen Menschenseelen, \nMit deren Lebensfäden sich die meinen \nIm Erdenwerden stets verbinden müssen. \nIch sah in ihrem frühern Erdenleibe \nJohannes' Seele sich vom Vater wenden \nUnd sah die Mächte, die mich selbst getrieben, \nDen Sohn dem Vaterherzen zu entfremden. \nSo steht mir jetzt der Vater gegenüber, \nMich mahnend an die alte Lebensschuld. \nEr spricht in jenen Weltenworten deutlich, \nDie sich in Lebenstaten Zeichen schaffen. \nWas zwischen Sohn und Vater ich gestellt, \nErscheinen mußt' es, nur in andrer Form \nIn diesem Leben, das Johannes' Seele \nDer meinen wieder eng verbunden hat. \nIn jenen Schmerzen, die ich tragen mußte, \nAls ich Johannes von mir trennen sollte, \nErkenn' ich eigner Taten Schicksalsfolgen. -\nWenn meine Seele Treue halten kann \nDem Licht, das ihr die Geistesmächte spenden, \nWird sie sich Kräfte schaffen durch die Dienste, \nDie sie Capesius vermag zu leisten \nAuf seiner schweren Lebenspilgerfahrt. \nSie wird mit Kräften, die sie so erwirbt, \nGewiß Johannes' Stern auch dann erschauen, \nWenn er, von Wunschesfesseln abgelenkt, \nDen Weg nicht wandelt, den das Licht bestrahlt. \nErkennen wird sie aus der Geistesschau, \nDie sie geführt in ferne Erdentage, \nWie sie gestalten soll die Seelenbande \nIn dieser Zeit, so daß die Lebenskräfte, \nDie aus der Dumpfheit sich bereitet haben, \nIm Sinn des Menschenheiles weiter wirken. \nBENEDICTUS: \nEs formte sich in alten Erdentagen \nEin Knoten aus den Fäden, \nDie Karma spinnt im Weltenwerden. \nIhm sind verwoben dreier Menschen Leben. \nEs strahlet jetzt auf diesen Schicksalsknoten \nDer Weihestätte hohes Geisteslicht. \nAn dich, Maria, muß ich mich jetzt wenden: \nVon jenen Seelen bist nur du allein \nIn dieser Stunde an dem Opferorte. \nEs möge dieses Licht in deinem Selbst \nDie Kräfte heilerschaffend weiter wirken, \nDie deine Lebensfäden einst den andern \nZum Lebensknoten fest verbunden haben. \nDer Vater konnte in dem frühern Sein \nDes Sohnes Herz nicht finden; doch jetzt wird \nDer Geistessucher deines Freundes Selbst","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Prüfung der Seele — Dreizehntes Bild","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":400,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-2_scene13/p005","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["APC1925"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-2_scene13/p005"},{"lang":"en","edition":"APC1925","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/14/ga014-2_scene13/p005"}]}