{"corpus":"steiner","locus":"GA 14/ga014-3_scene06/p002","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ein Raum, der nicht von künstlichen Wänden begrenzt, sondern \nvon baumartig geformten sich verschlingenden Gewächsen und \nGebilden eingeschlossen ist, die sich ausweiten und Ausläufer \nins Innere senden. Das Ganze durch Naturvorgänge wild bewegt \nund zuweilen stürmisch erfüllt. Capesius und Maria sind auf der \nSzene, wenn der Vorhang aufgeht. Dann kommen Benedictes, \nPhilia, Astrid, Luna, die andre Philia, Lucifer, Ahriman und die \ntanzartig sich bewegenden Wesen, welche Gedanken darstellen, \nzuletzt Frau Baldes Seele. \nBENEDICTUS (noch unsichtbar, nur hörbar): \nIn deinem Denken leben Weltgedanken. \nCAPESIUS: \nDas ist des Benedictus edle Stimme, \nUnd seine Worte tönen geistig hier. \nEs sind die gleichen, die im Lebensbuche \nFür seine Schüler eingeschrieben sind, \nUnd die für Erdenseelen schwer begreiflich \nUnd noch viel schwerer zu erleben sind. \nAn welchem Ort des Geisterlandes tönen \nDie Worte, die auf Erden Seelen prüfen? \nMARIA: \nDu weilst so lange schon im Geisterland \nIn einer Art, die vieles offenbart, \nUnd unbekannt ist dir noch dies Gebiet? \nCAPESIUS: \nWas hier in eigner Wesenheit sich lebt, \nIst leicht verständlich geistgewöhnten Seelen; \nEs klärt das eine sich durch andres auf. \nDas Ganze ist voll Licht, wenn auch der Teil, \nFür sich allein gesehn, oft dunkel ist. \nDoch wenn sich geistig Sein mit Erdenwesen \nZu Einem Schaffen bilden will, beginnt \nDie Seele ihr Verständnis zu verlieren. \nUnd nicht der Teil allein, das Ganze hüllt \nSich ihr dann oft in tiefe Finsternis. \nWarum an diesem Orte widerhallen \nDie Worte, die in Benedictus' Buch \nFür Erdenseelen sich geschrieben finden, \nDies macht zum Rätsel, was sich hier begibt. \nBENEDICTUS (noch immer unsichtbar): \nIn deinem Fühlen wehen Weltenkräfte. \nCAPESIUS: \nSchon wieder solch ein Wort, das drüben \nVon Benedictus Schülern anvertraut \nUnd hier in seiner Stimme sich erschafft! \nEs strömet, Dunkelkraft durch sich erregend, \nDurch dieses Reiches grenzenlose Weiten. \nMARIA: \nSchon fühle ich, was ich erfahren soll \nIn dieses Reiches fernelosen Weiten; \nUnd Benedictus' Nähe winket mir. \nEr will an diesem Ort mich schauen lassen, \nWas unverständlich ist der Erdenseele, \nSolang sie sinnbegabt im Leibe weset, \nAuch wenn die Geistesschülerschaft errungen. \nSie muß dem Lehrer folgen zu den Orten, \nWo er die Worte nicht in Menschensprache \nZu Zeichen nur der Wesen prägen kann;","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Der Hüter der Schwelle — Sechstes Bild","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":352,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-3_scene06/p002","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["APC1925"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-3_scene06/p002"},{"lang":"en","edition":"APC1925","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/14/ga014-3_scene06/p002","paragraph_aligned":true}]}