{"corpus":"steiner","locus":"GA 14/ga014-4_scene10","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-4_scene10","ga":"14","lecture":"ga014-4_scene10","lecture_number":null,"title":"Der Seelen Erwachen — Zehntes Bild","site_heading":null,"date":null,"location":null,"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"passage_count":4,"word_count":807,"translation_credit":null,"witnesses":[{"lang":"de","edition":"original","is_original":true,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":4,"passage_count":4,"word_count":807},{"lang":"en","edition":"APC1925","is_original":false,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":34,"passage_count":34,"word_count":896,"completeness":{"ratio":1.11,"band":"comparable","note":null}}],"passages":[{"locus":"GA 14/ga014-4_scene10/p001","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-4_scene10/p001","passage_number":1,"word_count":3,"text":"## GA 14"},{"locus":"GA 14/ga014-4_scene10/p002","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-4_scene10/p002","passage_number":2,"word_count":330,"text":"Dasselbe Zimmer wie im neunten Bilde. Zuerst Johannes allein, \nmeditierend. Später erscheinen die «andre Philia», Maria, der \nGeist von Johannes' Jugend, Lucifer, Benedictus. \nJOHANNES: \n«Dies ist die Zeit, in welcher er sein Sein \nDem uralt heiligen Weisheitsdienste weiht -; \nVielleicht läßt Traumes Offenbarung mich \nIm Ahnen geistig jetzt bei ihm verweilen.» \nSo sprach in alter Zeit in Tempelnähe \nDie Frau, die ich im Geistesbilde schaue, \nUnd ihrer denkend, fühl' ich mich erkraftet. \nWas wirkt mir dieses Bild? Was hält an ihm \nIm Schauen mich wie festgebannt? Fürwahr, \nNicht Anteil ist's, der aus dem Bilde selbst \nSich mir erzwingt; denn trat' es mir als Bild \nIm Sinnensein vors Auge, schien' es mir \nNicht inhaltvoll. Was spricht aus ihm zu mir? \n(Wie von ferne die Stimme der «andren Philia».) \nDIE ANDRE PHILIA: \nVerzaubertes Weben \nDes eigenen Wesens. \nJOHANNES: \nUnd wachendes Träumen \nEnthüllet den Seelen \nVerzaubertes Weben \nDes eigenen Wesens, \n(Während Johannes diese Zeilen spricht, kommt die «andre \nPhilia» an ihn heran.) \nJOHANNES: \nWer bist du, rätselvoller Zaubergeist? \nDu brachtest wahren Rat in meine Seele -\nUnd täuschtest' mich zugleich doch über dich, \nDIE ANDRE PHILIA: \nJohannes, deines Wesens Zwiegestalt, \nDu schufest sie aus dir. Als Schatten dich \nUmwandeln, muß auch ich so lange noch, \nBis du den Schatten selbst erlösen wirst, \nDem deine Schuld verzaubert' Leben schafft. \nJOHANNES: \nZum dritten Male - sprichst du dieses Wort; \nIch will ihm folgen. - Weise mir den Weg. \nDIE ANDRE PHILIA: \nJohannes, such' im Geisteslichte lebend, \nWas dir in deinem Selbst erhalten ist. \nEs wird dir Licht von seinem Lichte geben. \nDu wirst in dir dann selbst erschauen können, \nWie du die Schuld im fernem Leben tilgst. \nJOHANNES: \nWie such' ich denn im Geisteslichte lebend, \nWas mir in meinem Selbst erhalten ist? \nDIE ANDRE PHILIA: \nGib mir, was du dir denkend selber bist; \nVerliere dich nur kurze Zeit in mir; \nDoch so, daß du dir nicht ein andrer wirst. \nJOHANNES: \nWie soll ich dir mich geben, ohne dich \nIn deinem wahren Wesen erst zu schauen?"},{"locus":"GA 14/ga014-4_scene10/p003","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-4_scene10/p003","passage_number":3,"word_count":351,"text":"DIE ANDRE PHILIA: \nIch bin in dir, bin deiner Seele Glied; \nDie Kraft der Liebe bin ich selbst in dir; \nDes Herzens Hoffnung, die in dir sich regt, \nDie Früchte langvergangner Erdenleben, \nDie dir in deinem Sein erhalten sind; \nO schaue sie durch mich, - erfühle mich \nUnd schau' dich selbst durch meine Kraft in dir. \nErgründe dir des Bildes Wesen, das \nDein Schauen ohne Anteil dir erschuf. \n(Die «andre Philia» verschwindet.) \nJOHANNES: \nO rätselvoller Geist, erfühlen kann \nIch dich in mir; doch schau' ich dich nicht mehr. \nWo lebst du mir? \n(Wie von ferne der Ruf der «andren Philia».) \nDIE ANDRE PHILIA: \nVerzaubertes Weben \nDes eigenen Wesens. \nJOHANNES: \nVerzaubertes Weben \nDes eigenen Wesens. \nVerzaubert Weben meines eignen Wesens, \nErgründe mir des Bildes Wesen, das \nMein Schauen ohne Anteil mir erschuf. \nWohin entführt mich dieses Wortes Kraft? \nEin Geistesstern am Seelenufer dort -\nEr leuchtet, nähert sich - als Geistgestalt, \nWird nahend heller; - Formen bilden sich; -\nSie sind wie Wesenheiten lebend wirksam; -\nEin junger Myste, - eine Opferflamme, \nDes höchsten Opferweisen streng Gebot, \nDer Flamme Inhalt sinngemäß zu künden. -\nDen jungen Mysten sucht die Frau, die sich \nMein Schauen bildhaft ohne Anteil schuf. \n(Maria erscheint als Gedankengestalt des Johannes.) \nMARIA: \nWer dachte deiner vor der Opferflamme? \nWer fühlte dich in Weiheortes Nähe? \nJohannes, wenn du deinen Geistesschatten \nEntreißen willst den Seelenzauberwelten, \nSo lebe Ziele, die aus ihm dir leuchten; \nDie Spur, auf der du suchst, sie leitet dich; \nDoch mußt du sie erst richtig wiederfinden. \nEs weist sie dir die Frau in Tempelnähe, \nWenn sie in dir gedankenkräftig lebt. \nSie strebt, verzaubert unter Schattengeistern, \nDem andern Schatten zu, der jetzt durch dich \nDen grausen Schatten schlimme Dienste leistet. \n(Es erscheint der Geist von Johannes' Jugend.) \nDER GEIST VON JOHANNES' JUGEND: \nIch will dir künftig stets verbunden sein, \nWenn du die Kräfte liebend pflegen willst, \nDie mir im Zeitenschoße treu bewahrt \nDer junge Myste jener alten Zeit, \nDen deine Seele einst am Tempel suchte. \nDoch mußt du auch den Geist in Wahrheit schauen, \nAn dessen Seite ich dir jetzt erschienen. \nMARIA: \nMaria, so wie du sie schauen wolltest,"},{"locus":"GA 14/ga014-4_scene10/p004","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-4_scene10/p004","passage_number":4,"word_count":123,"text":"Ist sie in Welten nicht, wo Wahrheit leuchtet. \nMein heilig ernst Gelöbnis strahlet Kraft, \nDie dir erhalten soll, was du errungen. \nDu findest mich in hellen Lichtgefilden, \nWo Schönheit strahlend Lebenskräfte schafft; \nIn Weltengründen suche mich, wo Seelen \nDas GÖtterfuhlen sich erkämpfen wollen \nDurch Liebe, die im All das Selbst erschaut. \n(Während Maria das letzte spricht, erscheint Lucifer.) \nLUCIFER: \nSo wirket Zwangsgewalten, \nErfühlet Elementengeister \nDie Kräfte eures Meisters, \nUnd ebnet den Weg, \nDaß aus dem Erdgebiet \nSich wenden kann \nIn Lucifers Bereich, \nWas mein Wunsch ersehnt, \nWas meinem Willen folgt. \n(Benedictus erscheint.) \nBENEDICTUS: \nMarias heilig ernst Gelöbnis wirket \nIn seiner Seele jetzt die Heil-Erstrahlung. \nEr wird dich schätzen, doch dir nicht verfallen. \nLUCIFER: \nIch werde kämpfen. \nBENEDICTUS: \nUnd kämpfend Göttern dienen. \n(Vorhang fällt.)"}]}