{"corpus":"steiner","locus":"GA 14/ga014-4_scene10/p003","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"DIE ANDRE PHILIA: \nIch bin in dir, bin deiner Seele Glied; \nDie Kraft der Liebe bin ich selbst in dir; \nDes Herzens Hoffnung, die in dir sich regt, \nDie Früchte langvergangner Erdenleben, \nDie dir in deinem Sein erhalten sind; \nO schaue sie durch mich, - erfühle mich \nUnd schau' dich selbst durch meine Kraft in dir. \nErgründe dir des Bildes Wesen, das \nDein Schauen ohne Anteil dir erschuf. \n(Die «andre Philia» verschwindet.) \nJOHANNES: \nO rätselvoller Geist, erfühlen kann \nIch dich in mir; doch schau' ich dich nicht mehr. \nWo lebst du mir? \n(Wie von ferne der Ruf der «andren Philia».) \nDIE ANDRE PHILIA: \nVerzaubertes Weben \nDes eigenen Wesens. \nJOHANNES: \nVerzaubertes Weben \nDes eigenen Wesens. \nVerzaubert Weben meines eignen Wesens, \nErgründe mir des Bildes Wesen, das \nMein Schauen ohne Anteil mir erschuf. \nWohin entführt mich dieses Wortes Kraft? \nEin Geistesstern am Seelenufer dort -\nEr leuchtet, nähert sich - als Geistgestalt, \nWird nahend heller; - Formen bilden sich; -\nSie sind wie Wesenheiten lebend wirksam; -\nEin junger Myste, - eine Opferflamme, \nDes höchsten Opferweisen streng Gebot, \nDer Flamme Inhalt sinngemäß zu künden. -\nDen jungen Mysten sucht die Frau, die sich \nMein Schauen bildhaft ohne Anteil schuf. \n(Maria erscheint als Gedankengestalt des Johannes.) \nMARIA: \nWer dachte deiner vor der Opferflamme? \nWer fühlte dich in Weiheortes Nähe? \nJohannes, wenn du deinen Geistesschatten \nEntreißen willst den Seelenzauberwelten, \nSo lebe Ziele, die aus ihm dir leuchten; \nDie Spur, auf der du suchst, sie leitet dich; \nDoch mußt du sie erst richtig wiederfinden. \nEs weist sie dir die Frau in Tempelnähe, \nWenn sie in dir gedankenkräftig lebt. \nSie strebt, verzaubert unter Schattengeistern, \nDem andern Schatten zu, der jetzt durch dich \nDen grausen Schatten schlimme Dienste leistet. \n(Es erscheint der Geist von Johannes' Jugend.) \nDER GEIST VON JOHANNES' JUGEND: \nIch will dir künftig stets verbunden sein, \nWenn du die Kräfte liebend pflegen willst, \nDie mir im Zeitenschoße treu bewahrt \nDer junge Myste jener alten Zeit, \nDen deine Seele einst am Tempel suchte. \nDoch mußt du auch den Geist in Wahrheit schauen, \nAn dessen Seite ich dir jetzt erschienen. \nMARIA: \nMaria, so wie du sie schauen wolltest,","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Der Seelen Erwachen — Zehntes Bild","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":351,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-4_scene10/p003","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["APC1925"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/14/ga014-4_scene10/p003"},{"lang":"en","edition":"APC1925","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/14/ga014-4_scene10/p003"}],"authorship":{"kind":"dramatis_persona","is_steiner":true,"speaker":"DIE ANDRE PHILIA","author":"Rudolf Steiner","note":"A line spoken by a character in Rudolf Steiner's Mystery Dramas. The text is his, the words are the character's: never quote it as a statement in his own voice."},"attribution_warning":"A line spoken by a character in Rudolf Steiner's Mystery Dramas. The text is his, the words are the character's: never quote it as a statement in his own voice."}