Das Leben Zwischen Dem Tode Und Einer Neuen Geburt I

GA 140/1912-11-26/p005 ·1912-11-26 · original (original)
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Und das zweite, das ich berühren möchte, ist dieses, daß, wenn wir die übersinnliche Welt betreten, wir gar sehr nötig haben zu berücksichtigen, daß die ganze Art, wie uns diese übersinnliche Welt entgegentritt, abhängig ist von dem, was wir aus der sinnlichen Welt, aus unserer gewöhnlichen menschlich-sinnlichen Welt in diese übersinnliche Welt hinein mitbringen. Das gibt zuweilen recht große Seelenschwierigkeiten in der übersinnlichen Welt. Es mag für uns in der sinnlichen Welt zuweilen recht peinlich sein, wenn wir wissen, wir haben einen Menschen weniger lieb, als wir ihn eigentlich haben sollten, als er verdiente, von uns geliebt zu werden. Demjenigen, der mit so etwas behaftet in die übersinnliche Welt hineintritt, daß er einen Menschen weniger liebt, als derselbe geliebt werden sollte, steht dies mit einer viel, viel größeren Intensität vor dem geistigen Auge, als es jemals uns vor die Seele treten kann hier in der physisch-sinnlichen Welt. Aber nun kommt etwas dazu, und das ist das ungeheuer Wichtige, was oftmals gerade dem hellseherischen Bewußtsein die größten Seelenschmerzen machen kann. Alle Kräfte, die wir aus der übersinnlichen Welt herausziehen können, alles, was wir in der übersinnlichen Welt gewinnen können, kann uns nichts helfen, um irgendein Seelenverhältnis, das wir als nicht richtig erkennen in der physischen Welt, etwa durch Kräfte, die wir aus der übersinnlichen Welt holen, besser zu machen. Das gibt gegenüber all dem, was uns in der sinnlichen Welt peinigen kann, etwas viel Peinigenderes noch in der übersinnlichen Welt; es gibt ein gewisses Gefühl der Ohnmächtigkeit gegenüber dem notwendigen Ausleben des Karma, das ja geschehen muß in der sinnlich-physischen Welt.

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Cite: GA 140/1912-11-26/p005 · edition original