Das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt I
Das ist nicht etwas, was ein Urteil begründen soll, sondern was sich eben aufdrängt für die okkulte Beobachtung als etwas, was ganz notwendig als Folge der irdischen religiösen oder unreligiösen Empfindungen auftreten muß. Nun wissen wir ja, daß auf der Erde die verschiedensten Religionen gestiftet worden sind, und zwar im wesentlichen im Laufe der Menschheitsentwickelung aus einem gemeinsamen Quell heraus. Sie sind gestiftet worden so, daß aus diesem gemeinsamen Quell heraus die einzelnen Religionsstifter berücksichtigt haben die Temperamente der einzelnen Völker, Klima und alle Dinge, an welche die Religionen angepaßt werden mußten. So kamen natürlich die Seelen nicht mit einer allgemeinen religiösen Stimmung in diese Sphäre der Venus, sondern sie kamen dahin mit der Stimmung ihres besonderen Religionsbekenntnisses. Wenn man auch ein Gefühl hat für das Geistige, für das Ewige, für das Göttliche, aber dieses Gefühl mit einer bestimmten Färbung dieses oder jenes Religionsbekenntnisses hat, bewirkt das wiederum, daß man nur ein geselliges Wesen wird für die, welche sozusagen die gleichen Empfindungen haben, welche in demselben Religionsbekenntnis hier auf der Erde gelebt haben. Und daher können wir gerade in der Venus-Sphäre die Menschen abgetrennt finden nach ihren besonderen Religionsbekenntnissen. Die Menschen sind ja auf unserer Erde, wie wir wissen, nach Rassen, mehr nach äußeren Merkmalen bisher gegliedert gewesen. Da Rassen-, Stammeszusammengehörigkeiten mit den religiösen Bekenntnissen etwas zu tun haben, so entspricht im allgemeinen, aber nur im allgemeinen, auch etwas diese Konfiguration von Gruppen in der Venus-Sphäre — aber doch nicht ganz genau — dem, wie die Menschen hier auf der Erde gegliedert sind, weil eben dort die Menschen nur sich gliedern nach ihrem Verständnisse eines gewissen Religionsbekenntnisses. Dadurch schließen sich gleichsam die Menschen in bestimmte Grenzen, in Provinzen ein, daß sie nur Empfindungen haben für ihre bestimmten Religionsbekenntnisse. In der Merkursphäre zeigt der Mensch noch mehr hauptsächliches Verständnis für die Menschen, welche hier auf der Erde mit ihm verbunden waren, zu denen er eine gewisse Beziehung gehabt hat. Wenn er nun eine moralische Seelenverfassung hatte, so ist er während der Merkursphäre im wesentlichen im Umgange mit den Menschen, zu denen sich hier schon ein Verhältnis angesponnen hat. Während der Venus-Sphäre ist der Mensch mehr aufgenommen in die großen religiösen Gemeinschaften, in die er aufgenommen sich fühlte durch die Beschaffenheit seiner Seele hier im Erdendasein.
Cite:
GA 140/1912-11-26/p011 · edition original