Einiges über die Technik des Karma im Leben nach dem Tode

GA 140/1912-12-15/p025 ·1912-12-15 · original (original)
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Die Esten haben eine sehr schöne Legende über die Entstehung der Sprachen: Gott wollte den Menschen die Sprache gewähren durch das Feuer. Da soll ein großes Feuer angemacht worden sein, und durch das eigentümliche Tönen des Feuers, dem die Menschen zuhören sollten, und durch das, was sie da als Laute hören würden, sollte die Sprache werden. So rief die Gottheit die Völker der Erde zusammen, auf daß die Völker ihre Sprachen lernen könnten. Aber bevor die andern hergerufen wurden, nahm Gott die Esten vor, und ihnen lehrte er die göttlich-geistige Sprache, also eine höhere Sprache. Dann kamen erst die andern heran, und die durften dem Feuer zuhören, und da sie hörten, wie das Feuer brannte, da lernten sie die Töne verstehen. Die einzelnen Völker, die die Esten besonders gern hatten, die kamen zuerst, als das Feuer noch ziemlich stark brannte. Als das Feuer schon ziemlich gegen das Ende ging, kamen die Deutschen, denn die Esten lieben die Deutschen nicht besonders. Und da konnte man hören aus dem schon zerprasselnden Feuer: «Deitsch, peitsch, deitsch, peitsch.» Dann kamen die Lappen, die die Esten gar nicht lieben, und da hörte man nur noch: «Lappen latschen.» Und da hier das Feuer nur bloß noch Asche war, brachten die Lappen die allerschlechteste Sprache heraus, weil die Esten mit den Lappen in Todfeindschaft lebten. — So sieht man, wie die Esten alles, was sie an Gruppenegoismus haben, da zum Ausdruck bringen.

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