Zwischen Tod und neuer Geburt
Folgende Frage kann sich nun ergeben: Wenn wir ein geisteswissenschaftliches Buch in die Hand nehmen, so lesen wir in einer bestimmten Sprache. Verstehen die Toten diese Sprache? — In der Läuterungszeit verstehen die Toten die Sprache, die sie hier gesprochen haben; erst beim Übergang ins Devachan hört die Sprache auf, dann geschieht es in Gedanken. Nach einem bestimmten Ablauf von Jahren tritt eine Veränderung ein in dem Verkehr mit den Toten. Wenn Empfänglichkeit vorhanden ist beim Zurückgebliebenen, empfindet er: Der Tote ist bei dir, du denkst, wie er dich denkt. Das kann Jahre um Jahre dauern, dann tritt der Moment ein, wo man den Zusammenhang verliert; das ist der Augenblick, wo der Tote ins Devachan übergeht. In der Läuterungszeit hat man noch die Erinnerung an das Erdenleben, der Mensch hängt noch an diesen Erinnerungen,
Cite:
GA 140/1913-01-21/p011 · edition original