{"corpus":"steiner","locus":"GA 140/1913-04-27/p007","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Geradeso nun, wie es sich mit dem Leben verhält für die physische Welt, so verhält es sich mit dem Tode für die übersinnliche Welt, nur dort mit Bezug auf den Willen. Kein Willensakt, kein Willensimpuls kann in den übersinnlichen Welten jemals zu demjenigen führen, was wir hier in der physischen Welt als den Tod kennen. In allen übersinnlichen Welten kann höchstens entstehen die Sehnsucht nach dem Tode, nie aber kann der Tod in den übersinnlichen Welten eintreten. Es gibt keinen Tod in der überphysischen Welt. Besonders ergreifend ist das für die Menschenseele, wenn man unmittelbar erfaßt: Ja, dann können ja im Grunde genommen alle Wesenheiten der höheren Hierarchien niemals den Tod kennen, wenn der Tod etwas ist, was nur auf der Erde erfahren werden kann. Und so, wie es mit Recht in der biblischen Urkunde heißt, daß die Engel ihr Antlitz verhüllen vor den Geheimnissen der physischen Geburt, so ist es auch richtig, zu sagen, daß die Engel ihr Antlitz verhüllen vor den Geheimnissen des Todes. Und die Wesenheit, die wir als den bedeutsamsten Impulsator der Erdenentwickelung kennen, die Christus-Wesenheit, die sollte als einzige Wesenheit in den göttlichen Welten diejenige sein, die den Tod kennenlernt. Alle anderen göttlich-geistigen Wesenheiten kennen den Tod nicht, sie kennen ihn nur als eine Veränderung aus einer Form in die andere. Dazu mußte der Christus auf die Erde herabsteigen, um den Tod durchzumachen. So daß von allen überphysischen Wesenheiten über den Menschen hinauf der Christus das einzige Wesen ist, das mit dem Tode Bekanntschaft gemacht hat in eigenem Erlebnis. Wie gesagt, wenn man dieses Todeserlebnisproblem im Zusammenhang mit dem Christus betrachtet, da wirkt es besonders erschütternd.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Über Den Verkehr Mit Den Toten","site_heading":null,"date":"1913-04-27","location":null,"word_count":271,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/140/1913-04-27/p007","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/140/1913-04-27/p007"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/140/1913-04-27/p007","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}