Das Leben nach dem Tode

GA 140/1913-05-13/p007 ·1913-05-13 · original (original)
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Aus dem Gesagten folgt schon, daß alle Menschen, die durch die Pforte des Todes gehen, in denselben kosmischen Raum hineinwachsen, so daß wir also nach dem Tode gewissermaßen alle ineinanderstecken. Dennoch sind die toten Menschen nicht alle zusammen, denn das Zusammensein hängt nach dem Tode von etwas ganz anderem ab als hier auf Erden. In der geistigen Welt sind wir zwar räumlich alle beisammen, können aber in Wirklichkeit nur zusammensein, wenn wir geistige Beziehungen zu anderen Menschen haben. Nehmen wir als einen extremen Fall einmal einen Menschen an, der auf Erden ganz und gar sowohl in seinen Gedanken wie auch in seinen Empfindungen die geistige Welt verleugnet hat. Nun gibt es zwar viele theoretische Materialisten, die die geistige Welt leugnen, die aber doch mit ihren Empfindungen irgendwie mit der geistigen Welt zusammenhängen. Solche Menschen, die ganz und gar die geistige Welt verleugnen, gibt es also in Wirklichkeit kaum, und das Furchtbare, was jetzt beschrieben werden soll, tritt daher nie so ganz ein. Nehmen wir an, zwei solcher Menschen sterben, die sich hier auf Erden gut gekannt haben. Dann werden sie nach dem Tode in demselben Raum darinnen sein, aber nichts voneinander wissen, denn für die Welt nach dem Tode ist die Empfindung für das Geistige entsprechend dem, was hier zum Beispiel die Augen sind. Ohne Augen kein Licht — ohne Empfindung für das Spirituelle keine Wahrnehmung der geistigen Welt. Sogar ein noch schrecklicheres Schicksal als das Nichtwahrnehmen der geistigen Welt würde solchen Menschen bevorstehen, denn da die Seelen, die durch die Pforte des Todes gehen, selber geistiger Natur sind, würde eine solche Seele überhaupt nichts von Menschenseelen wahrnehmen können; wie ein gähnender Abgrund würde es sich um solche Menschenseelen ausbreiten. Man könnte fragen: Was nimmt ein solcher Mensch nach dem Tode denn überhaupt wahr? Auch nicht sich selbst, so wie er nach dem Tode ist, kann er wahrnehmen, denn das klare Selbstbewußtsein fehlt ihm. Was ihm noch bleibt, das wird sich uns aus dem Folgenden ergeben.

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