Erster Vortrag
Was ich Ihnen jetzt charakterisiert habe wie einen Einschnitt im Leben des physischen Planes, dem entspricht aber in der geistigen Welt - sichtbar für den, der einen Einblick in die spirituellen Welten haben kann —- dort vieles, was sich zwischen den Wesenheiten der höheren Hierarchien abgespielt hat. Dinge, welche die Wesenheiten der höheren Welten untereinander zu verrichten haben, sind ganz besonders in diesem Zeitpunkte geschehen. Aber eine Eigentümlichkeit bestand für diesen Zeitpunkt. Die Wesenheiten, welche in den spirituellen Welten das bewirken mußten, daß das Ende des Kali Yuga eintrat, brauchten etwas von unserer Erde, etwas, was auf unserer Erde geschah. Sie brauchten die Tatsache, daß in einzelnen Seelen, die reif dazu waren, ein Wissen vorhanden war von diesen Sachen, oder wenigstens, daß jetzt ein Wissen vorhanden ist, daß Vorstellungen über diesen Umschwung in den Seelen leben. Denn wie der Mensch auf dem physischen Plane ein Gehirn braucht, um ein Bewußtsein zu entwickeln, so brauchen die Wesenheiten der höheren Hierarchien menschliche Gedanken, in denen sich die Dinge spiegeln, welche die höheren Hierarchien tun. Die Menschenwelt ist notwendig auch für die geistige Welt; sie wirkt mit, sie muß da sein. Aber es muß in der richtigen Weise mitgewirkt werden. Und die, welche dazumal reif waren oder heute reif sind, um an diesen Dingen von der Menschheitsseite her mitzuwirken, die durften nicht, oder dürfen nicht für das, was in der geistigen Welt geschehen soll, etwa auf dem physischen Plane eine Propaganda entwickeln, wie man sie auf diesem gewohnt ist zu entwickeln. Nicht dadurch, daß wir uns sozusagen geschäftig verhalten auf dem physischen Plan, helfen wir den Geistern der höheren Hierarchien, sondern dadurch, daß wir erstens Verständnis haben für das, was geschehen soll, daß wir aber außerdem dann in völliger Gemütsruhe, in absolutester Sammlung unseres Seelenlebens gewissermaßen in der Lage sind, andächtig uns hinzugeben einer solchen Erscheinung der übersinnlichen Welt. Also die Ruhe, die wir bewahren können, die Stimmung, die wir uns erringen können, um so etwas in Gnaden zu erwarten, in Gnaden entgegenzunehmen, das ist das, was wir dazu beitragen können.
Cite:
GA 141/1912-11-05/p012 · edition original