Neunter Vortrag

GA 141/1913-03-04/p009 ·1913-03-04 · original (original)
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Wir sehen daraus, wie Karma von dem einen Leben zu dem nächsten hinüberwirkt. In dem einen Leben verschmäht es der Mensch durch seine Willkür, mit den geistigen Welten irgendwie seelisch einen Zusammenhang zu entwickeln; im nächsten Leben hat er keine Kräfte, um sich auch nur die Organe anzuschaffen, durch die er denken, fühlen, wollen könnte die Wahrheiten des geistigen Lebens. Dann bleibt er stumpf und unaufmerksam gegenüber den geistigen Verhältnissen, und es geht das geistige Leben wie im Traum an ihm vorüber, wie es ja bei so vielen Menschen der Fall ist. Er kann sich dann auf dem Erdenrund für die geistigen Welten nicht interessieren. Und wenn eine solche Seele dann neuerdings durch die Pforte des Todes geht, dann ist sie eine rechte Beute für die luziferischen Mächte, dann tritt Luzifer gerade an solche Seelen heran. Und das Eigenartige ist, daß in dem nächsten Leben in der geistigen Welt, in dem auf das stumpfe und unaufmerksame folgende, solchem Menschen sehr wohl die Wesenheiten und Tatsachen der höheren Hierarchien beleuchtet werden, aber jetzt nicht durch das, was er sich im Erdenleben erworben hat, sondern durch das Licht, welches ihm Luzifer in seine Seele hineinträufelt. Luzifer beleuchtet ihm jetzt die höhere Welt, wenn er durch das Leben zwischen Tod und neuer Geburt durchgeht. Jetzt kann er zwar die höheren Hierarchien wahrnehmen, kann wahrnehmen, wenn sie ihm Kräfte reichen wollen. Aber daß Luzifer ihm das Licht dafür angesteckt hat, das gibt die besondere Nuance, die besondere Färbung; das macht alle Gaben dann von besonderer Art. Die Kräfte der höheren Hierarchien sind dann nicht so, wie der Mensch sie sonst hätte aufnehmen können, sondern sie werden so, daß er, wenn er ins nächste Leben eintritt, sich wohl seine Leiblichkeit formen und gestalten kann, aber er gestaltet sie dann so, daß er zu einem Menschen wird, der zwar jetzt der äußeren Welt und ihren Anforderungen gewachsen ist; aber in gewisser Beziehung ist dann ein solcher Mensch innerlich unzulänglich, weil er in seiner Seele durchsetzt und durchfärbt ist von Luzifers Gaben oder wenigstens von luziferisch gefärbten Gaben.

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