Neunter Vortrag

GA 141/1913-03-04/p016 ·1913-03-04 · original (original)
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Da findet man bei solchen Menschen, daß sie Hypochonder, mürrische Menschen gewesen sind, die nicht heran wollten an die Welt und ihre Tatsachen und Wesenheiten, denen es in einer gewissen Beziehung immer unbequem war, irgendein Verhältnis zur Umwelt zu gewinnen. Sehr häufig waren solche Menschen unerträgliche Hypochonder in ihrem vorhergehenden Leben. Würden sie in ihrer Körperkraft physisch untersucht worden sein, so würden sie solche physische Krankheiten gehabt haben, die man sehr häufig bei hypochondrisch veranlagten Naturen findet. Und wenn man dann weiter zurückgeht, zurückgeht zu dem früheren Leben zwischen Tod und Wiederverkörperung, das dem hypochondrischen Leben also vorangegangen ist, dann findet man, daß diese Menschen in jener Zeit wieder der richtigen Führung entbehren mußten, daß sie nicht ordentlich haben wahrnehmen können, was die Gaben der höheren Hierarchien hätten sein sollen. Und wie haben sie sich in dem drittletzten Leben hier auf der Erde so etwas zubereitet? Sie haben es dadurch sich zubereitet, daß sie damals eine gewisse, wenn auch durchaus religiös zu nennende Seelenstimmung entwickelt haben, aber nur aus Egoismus heraus. Sie waren Menschen, die nur aus Egoismus heraus fromme, vielleicht sogar mystische Naturen waren, wie ja sehr häufig Mystik aus Egoismus zustande kommt, in der Weise, daß der Mensch sagt: Ich suche in meinem Innern, um in meinem Innern den Gott zu erkennen. - Und wenn man dem nachgeht, was er dort sucht, so ist es nur das eigene Selbst, das er zum Gott macht. Bei vielen frommen Seelen findet man es, daß sie nur deshalb fromm sind, damit ihnen nach dem Tode diese oder jene geistige Stimmung blühe. Egoistische Seelenstimmung ist es, was sie sich auf diese Weise zubereitet haben.

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Cite: GA 141/1913-03-04/p016 · edition original