{"corpus":"steiner","locus":"GA 141/1913-03-04/p026","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Eine Art von Vermittelung kann allerdings gerade auf diesem Gebiete eintreten. Ich habe auch darüber schon gesprochen. Ein Mensch kann dahinsterben und er kann während seines Erdenlebens nichts von Geisteswissenschaft erfahren haben; aber sein Bruder, seine Gattin oder ein nahestehender Freund ist Anthroposoph. Der Verstorbene hat sich hier während seines Lebens geweigert, etwas von Anthroposophie zu erfahren; er hat vielleicht nur darüber geschimpft. Nun ist er durch die Pforte des Todes gegangen. Da kann er dann durch die anderen Persönlichkeiten auf der Erde mit der Anthroposophie vertraut gemacht werden. Aber wir schen auch dabei, daß jemand auf der Erde da ist und es dem andern aus Liebe gibt, so daß also auch hier der Zusammenhang mit dem Irdischen gewahrt werden muß. Darauf beruht das, was ich genannt habe « Vorlesen den Toten». Wir können ihnen damit eine große Wohltat erweisen, wenn sie auch vorher nichts von der geistigen Welt wissen wollten. Wir können es entweder so machen, daß wir es in Gedankenform tun und auf diese Weise die Toten unterrichten, oder wir können uns ein anthroposophisches Buch oder dergleichen nehmen, uns die Persönlichkeit des Toten vorstellen und ihm dann aus dem Buche vorlesen. Dann vernehmen es die Toten. Gerade durch solche Dinge haben wir in unserer anthroposophischen Bewegung große, schöne Beispiele erlebt von dem, was wir den Toten angedeihen lassen können. Viele unserer Freunde lesen ihren Toten vor. -— Man kann auch die Erfahrung machen, die ich kürzlich machen konnte, daß mich jemand um einen kurz vorher dahingestorbenen Toten fragte, weil sich dieser durch allerlei Anzeichen, besonders während der Nacht, bemerkbar machte, durch Unruhe im Zimmer, Poltern und so weiter. Man kann daraus oft den Schluß ziehen, daß der Tote etwas haben will. In diesem Falle stellte sich in der Tat heraus, daß der Tote Sehnsucht hatte, irgend etwas zu erfahren. Der Betreffende war im Leben ein gelehrter Mann gewesen, aber er hatte vorher alles abgelehnt, was als Wissen über die geistige Welt an ihn herankam. Jetzt konnte man heraushören, daß ihm eine große Wohltat erwiesen würde, wenn man ihm zum Beispiel einen ganz bestimmten Vortragszyklus vorlesen würde, weil darin die Dinge besprochen sind, nach denen er sozusagen lechzte. So kann über den Tod hinaus in einer ungeheuer bedeutungsvollen Weise Abhilfe geschaffen werden für etwas, was auf der Erde versäumt worden ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Neunter Vortrag","site_heading":null,"date":"1913-03-04","location":null,"word_count":382,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/141/1913-03-04/p026","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/141/1913-03-04/p026"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/141/1913-03-04/p026","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}