Zweiter Vortrag

GA 142/1912-12-29/p008 ·1912-12-29 · original (original)
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Wir haben ja bei unserem Betriebe des theosophischen Wissens versucht, die Dinge so darzustellen, wie sie sich dem gegenwärtigen hellseherischen Erkennen ergeben, so daß unsere Art der Geisteswissenschaft dasjenige darstellt, was der Geistesmensch eben heute mit seinen eigenen, von ihm zu erlangenden Mitteln erreichen kann. In den ersten Zeiten der theosophischen Verkündigung wurde weniger mit solchen unmittelbar aus der okkulten Wissenschaft herausgeholten Mitteln gearbeitet, sondern mit denjenigen Mitteln, welche zu Hilfe nahmen die Bezeichnungen und Begriffsschattierungen, die im Orient üblich waren, namentlich solche Bezeichnungen, solche Schattierungen, die sich durch lange Tradition aus der Gita-Zeit her im Orient bis in unsere Gegenwart fortgepflanzt hatten. Daher kommt es, daß die ältere Form der theosophischen Entwickelung, zu der wir hinzugefügt haben das gegenwärtige okkulte Forschen, mehr mit den traditionell erhaltenen alten Begriffen arbeitete, namentlich mit denen der Sankhyaphilosophie. Nur, wie diese Sankhyaphilosophie allmählich im Orient selber durch das andersgeartete orientalische Denken umgestaltet wurde, so wurde im Anfang der theosophischen Verkündigung von dem Wesen des Menschen und von anderen Geheimnissen gesprochen. Es wurden die Dinge besonders mit den Ausdrücken dargestellt, die angewendet wurden von dem grossen Reformator des Veden- und sonstigen indischen Wissens im 8.Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung: von Shankaracharya.

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Cite: GA 142/1912-12-29/p008 · edition original