I. Die menschlichen Seelenbetätigungen im Wandel der Zeiten

GA 143/1912-01-14/p026 ·1912-01-14 · original (original)
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Anknüpfen möchte ich an das eben Gesagte eine andere Tatsache, die Ihnen wichtig erscheinen wird, wenn Sie den geistigen Blick lenken auf die Tatsache der Lehre von der Reinkarnation, von den wiederholten Erdenleben. Wenn wir wiederholt auf Erden uns verkörpern, so muß das doch einen gewissen Zweck haben. Es würde die Entwickelung ja keinen Zweck haben, wenn wir dadurch nicht etwas erleben würden! Was hat es für einen Sinn, daß man sich wiederverkörpert? Durch die Tatsachen der geistigen Anschauung kommen wir dazu, zu sehen, wie sehr verschieden das menschliche Leben in den verschiedenen Zeitaltern ist. Denken wir zurück an die alten Zeiten, als man Griechisch oder Latein gesprochen und das getan hat, was damals üblich war! Was man heute verlangt: daß man Kinder in die Schule schickt, das kam erst spät auf. Während man heute in einem Analphabeten einen ungebildeten Menschen sieht, war das früher nicht so. Sonst müßte unsere Statistik zum Beispiel Wolfram von Eschenbach einen ungebildeten Menschen nennen. Etwas anderes, was man heute nicht als Bildung ansieht, hatte man zum Beispiel im alten Rom: Da wußte jeder römische Bürger — auch der sein Feld mit dem Pfluge durchzog - genau den Inhalt der Zwölftafelgesetze und vieles andere, was mit der Gestaltung des bürgerlichen Staates zusammenhängt. Der Römer hatte nicht nötig, um jede Kleinigkeit zum Rechtsanwalt zu rennen. — Das ist ein Beispiel. Wenn diese großen Verschiedenheiten gekannt würden, so würde es den Menschen vergehen zu fragen, warum wir immer wieder als Kinder inkarniert werden müssen; das sei doch nicht nötig! Nein, so ist es nicht! Jedesmal, wenn wir wiederkommen, hat sich die Kultur so verändert, daß wir wieder etwas. lernen müssen. Also: Wir sind geboren gewesen in ganz anderen Verhältnissen, und es ist durchaus nötig, immer wieder zu kommen, bis die Erde an ihrem Ziel angekommen sein wird.

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