DIE DREI WEGE DER SEELE ZU CHRISTUS Erster Vortrag, Stockholm.

GA 143/1912-04-16/p028 ·1912-04-16 · original (original)
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Überall, wo wir den Blick hinwenden, empfinden wir in dem, was uns umgibt, den Abfall von dem ursprünglich Geistigen. Unmittelbar, unvermischt ist nirgends das Geistige in der äußeren Welt zu finden. Dann erst, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, wird er ansichtig desjenigen, von dem er stammt. Man muß erst sterben -in bezug auf die innere Erfahrung, nicht in bezug auf die Einweihung -, dann wird man vereinigt mit dem Osiris-Prinzip, so nannten die alten Agypter das Christus-Prinzip, im Leben geht es nicht, da ist die Diskrepanz. Alles, was im Umkreise der Erde ist, das führt nicht zum Osiris, die Seele muß durch die Pforte des Todes getreten sein, um mit dem Osiris vereinigt zu werden. Dann, im Tode, wird die Seele ein Stück des Osiris, sie wird selbst eine Art Osiris. Die Welt außen ist so geworden, daß sie zerstückelt hat den Osiris durch seinen Feind, das heißt durch all das, was zur äußeren Welt gehört. Und es sagte der Eingeweihte der ägyptischen Mysterien: So wie die Menschheit jetzt ist in unserer Kultur, ist sie eine Art Rückerinnerung an die alte Mondenzeit. So wie die Kultur der sieben heiligen Rishis eine Art Rückerinnerung ist an die alte Saturnzeit, so wie die Zarathustra-Kultur eine Rückerinnerung ist an die alte Sonnenzeit, so ist die Osiris-Kultur eine Rückerinnerung an die alte Mondenzeit, wo sich zuerst der Mond mit seinen Wesenheiten abtrennte von der Sonne, auf der aber geblieben sind die Wesenheiten, von denen der Mensch seinen Ursprung genommen hat. Da hat die Abtrennung des Menschen stattgefunden von den guten Kräften seiner Organisation, von dem Quell seiner Lebenskräfte. Aber es wird für die Menschen durch das, was sie durchmachen werden an Sehnsucht und Entbehrung in bezug auf das Geistige, die Zeit kommen, da wird Osiris heruntersteigen und als etwas sich erweisen, was als neuer Einschlag kommen muß, was vorher auf der Erde nicht war, weil es sich schon während der alten Mondenzeit von der Erde getrennt hatte.

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