DIE DREI WEGE DER SEELE ZU CHRISTUS Erster Vortrag, Stockholm.

GA 143/1912-04-16/p034 ·1912-04-16 · original (original)
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Darum ist das ägyptische Leben so tragisch, weil man empfand, daß man in seinem Leben nicht zum Osiris kommen konnte, daß man erst durch die Pforte des Todes schreiten mußte, um mit ihm vereinigt zu werden, das heißt, nur für die innere Erfahrung, von der Einweihung sprechen wir noch. Seit jener Zeit des Mysteriums von Golgatha aber ist das möglich, was früher nicht möglich war, daß der Mensch aus sich heraus sucht seine Verbindung mit der geistigen Welt, aus seiner einzelnen Inkarnation heraus. Und das rührt davon her, daß der Impuls, der durch das Mysterium von Golgatha gegeben worden ist, aufleuchten kann in jeder Seele, und seit jener Zeit durch die innere Erfahrung in jeden Menschen einziehen kann. Nicht der Christus, der auf Erden war - um den kümmert sich die Seele nicht -, aber der Christus, der durch innere Erfahrung erreichbar ist. Seit dem Mysterium von Golgatha ist es möglich, in den einzelnen Inkarnationen einen Zusammenhang mit dem Geistigen zu gewinnen. Und weil es so ist, deshalb ist mit der einen Tatsache von Golgatha etwas geschehen, was ausstrahlen kann in die Menschheit, was nicht durch Errungenschaften der aufeinanderfolgenden Inkarnationen gegeben ist. Deshalb ist es unmöglich, daß der Christus sich auf eine Weise zeigt, die eine Folge ist aus vielen Inkarnationen, so wie es der Buddha geworden ist aus seinen Inkarnationen als Bodhisattva.

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