{"corpus":"steiner","locus":"GA 143/1912-05-08/p002","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Der heutige Tag fordert eine Einleitung zu unseren Betrachtungen. Ist es doch der Tag, den wir in der theosophischen Bewegung bezeichnen als den «weißen Lotustag», der uns alljährlich in Erinnerung ruft das Verlassen des physischen Planes durch Frau Helena Petrowna Blavatsky, der Begründerin der theosophischen Bewegung in der neueren Zeit. Und es braucht wohl nur ein wenig angeschlagen zu werden ein Ton, der wohl in jeder Seele, die sich heute hier befindet, vorhanden ist, um hervorzurufen Gefühle und Empfindungen der Bewunderung, der Verehrung, des Dankes gegenüber derjenigen Individualität, welche auf der Erde verweilte in Frau Blavatsky und wieder erneuert den Blick der Menschen geschärft hat für die uralt heiligen Mysterien der Menschheit, aus denen für die Menschen immer hervorgegangen ist alles, was die geistige Entwickelung an Kräften und Impulsen braucht. Die Aufgabe der neueren Zeit verständnisvoll ergreifend, konnte H. P. Blavatsky dasjenige, was ihr zugänglich war an Mysterienweisheit, in einer populären Form geben, so daß diese populäre Form das abweichende ist gegenüber der Art und Weise, wie durch geheime Kanäle und Strömungen Mysterienweisheit in menschliches Arbeiten und Schaffen eingeflossen ist. Das ist gerade die Bedeutung der neueren Zeit in dieser Beziehung, daß in allgemeinerer Form gegeben werden muß, was früher nur wenigen zugänglich war. Und zuerst im Sinne dieses Zuges der neueren Zeit gehandelt zu haben, das war die Mission von Frau Blavatsky. Sie hat damit der Menschen Sinn hingelenkt auf etwas, was in der Tat zu allen Zeiten heilig war denjenigen, die davon wußten. Daß dies so ist, soll jetzt gleich am Ausgangspunkte unserer heutigen Betrachtung dadurch nahegebracht werden, daß vorgetragen werden soll die Dichtung eines Denkers, den die große Masse der Gebildeten nur kennt oder besser gesagt nicht kennt — als einen trockenen, begrifflichen Denker, nur als einen Werk- und Baumeister von weit, weit entlegenen Ideengebilden. Daß aber dieser Denker dasjenige, was er scheinbar nur in kristallinischen Ideenbauten gegeben hat, in sich selber als das wärmste Gefühl besaß, und daß nicht Ideen allein das Gewand sind für dasjenige, was aus seinem Herzen stammt, zeigt er uns in einem Gedicht, das er eben an die heiligen Mysterien richtet.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vorverkündigung und Heroldtum des Christus-Impulses Der Christus-Geist und seine Hüllen: eine Pfingstbotschaft","site_heading":null,"date":"1912-05-08","location":null,"word_count":349,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/143/1912-05-08/p002","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/143/1912-05-08/p002"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/143/1912-05-08/p002","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}