Vorverkündigung und Heroldtum des Christus-Impulses Der Christus-Geist und seine Hüllen: eine Pfingstbotschaft
Man könnte nun die Frage aufwerfen, und sie wird oft aufgeworfen: Warum haben denn jene hohen Individualitäten gerade Frau Blavatsky als Werkzeug ausgesucht? Weil es trotzdem das geeignetste war. Warum ist denn nicht einer der gelehrten Herren, die vergleichende Religionswissenschaft trieben, zu diesem Instrumente ausersehen worden? Wir brauchen nur den größten, verehrungswürdigsten Kenner der orientalischen Religionssysteme, den großen Max Müller, ins Auge zu fassen, und wir werden an seinen eigenen Aussprüchen sehen, warum er nicht hat verkünden können dasjenige, was durch das menschliche Instrument von Frau Blavatsky mitgeteilt werden mußte. Er hatte ein sonderbares Urteil über dasjenige, was H. P. Blavatsky über die orientalische Religionsweisheit gab; er sagte: Wenn irgendwo auf der Straße gesehen wird ein Schwein, das grunzt, dann findet man das gar nicht merkwürdig, wenn aber ein Mensch auf der Straße geht und grunzt wie ein Schwein, dann findet man das sehr merkwürdig. Es sollte also gesagt werden: wer das, was orientalisches Religionssystem ist, nicht im Sinne von Max Müller verballhornt, der sei wie ein Mensch, der grunzt wie ein Schwein. Auch sonst scheint mir nicht viel Logik in dem Vergleich zu stecken, denn, was hätte man wohl für einen Grund, besonders erstaunt zu sein, wenn ein Schwein grunzt; dagegen wenn ein Mensch grunzt, dann ist das doch schon eine Kunst, das kann nicht ein jeder. Dieser Vergleich ist also etwas hinkend, aber daß er überhaupt gemacht werden konnte, das zeigt, daß die Persönlichkeit von Max Müller nicht die richtige war.
Cite:
GA 143/1912-05-08/p007 · edition original