{"corpus":"steiner","locus":"GA 143/1912-05-08/p010","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So haben wir heute durchaus den Sinn der theosophischen Bewegung erfüllt, indem wir nicht nur anerkennen die orientalischen Bekenntnisse und Weltanschauungen, sondern auch hinzufügen die Weltanschauungen, die ihren Ausdruck gefunden haben in den Offenbarungen vom Sinai und in dem Mysterium von Golgatha. Und es darf vielleicht heute gerade eine Frage angedeutet werden: Liegt Weite, umfassendes Verständnis des wahren Impulses, der in der theosophischen Bewegung liegen solle, darin, der Weltanschauung von H. P. Blavatsky dasjenige hinzuzufügen, was ihr am Ausgangspunkte nicht gegeben werden konnte, oder liegt Weite darin, daß man eine Spezialmeinung höchst fragwürdiger Art zu einem Dogma erhebt und dies als Weite, als das Umfassende der theosophischen Bewegung bezeichnen will? Ich meinerseits sage unverhohlen: Ich weiß, daß wir uns versündigen müßten an dem Geist von H.P. Blavatsky, der heute in der geistigen Welt ist, wenn wir das letztere befolgen. Ich weiß, daß man sich nicht versündigt an diesem Geiste, sondern ihm Rechnung trägt, wenn man das tut, was er heute will: wenn man hinzufügt zur theosophischen Bewegung dasjenige, was er im Erdenleibe zu geben nicht imstande war. Und ich weiß, daß ich nicht nur nicht gegen, sondern in vollem Einklange mit Frau Blavatsky zu Ihnen spreche, wenn ich sage: Eines möchte ich, daß unsere abendländische Strömung sich in dieser theosophischen Bewegung zur Geltung bringt. - Es sind mancherlei Erkenntnisse und Wahrheiten in den letzten Jahren hinzugekommen. Nehmen wir nun an, nehmen wir wirklich an, in fünfzig Jahren würde alles korrigiert werden müssen, nehmen wir an, kein Stein unseres Geistesbaues, wie die Dinge heute dargestellt werden, würde auf dem anderen bleiben können, die okkulte Forschung müßte in den nächsten fünfzig Jahren alles von Grund auf rektifizieren — das alles würde von mir nur so charakterisiert werden müssen, daß ich sagen müßte: Mag sein, aber eines wird bleiben von dem, was wir hier wollen, und daß dies bleibe, dahin geht das Hauptstreben unserer abendländischen theosophischen Bewegung. Das eine möge sein, daß man sagen wird, daß es eine theosophische Bewegung gegeben hat, die auf dem Felde des Okkultismus nichts anderes zur Geltung bringen wollte als dasjenige, was aus dem ungetrübtesten, reinsten Wahrheitssinn hervorgegangen ist. - Das ist unser Bestreben, daß man dieses einmal sagen möge. Lieber sollen Dinge nicht gesagt werden, die noch fraglich sind, als daß irgendwie abgewichen würde von dem, was im reinsten Wahrheitssinn vor allen spirituellen Mächten verantwortet werden kann.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vorverkündigung und Heroldtum des Christus-Impulses Der Christus-Geist und seine Hüllen: eine Pfingstbotschaft","site_heading":null,"date":"1912-05-08","location":null,"word_count":390,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/143/1912-05-08/p010","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/143/1912-05-08/p010"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/143/1912-05-08/p010","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}