Vorverkündigung und Heroldtum des Christus-Impulses Der Christus-Geist und seine Hüllen: eine Pfingstbotschaft

GA 143/1912-05-08/p022 ·1912-05-08 · original (original)
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Da finden wir das dritte Heroldtum nach Elias und Johannes dem Täufer. Jetzt verstehen wir mancherlei von den Fragen, die der Weiterblickende aufwerfen muß, wenn wir hinblicken auf die Gestalt Johannes des Täufers. Er stirbt den Märtyrertod, bevor das Ereignis von Golgatha herannaht, er macht mit die Zeit der Morgenröte des Mysteriums von Golgatha, die Zeit der Prophezeiungen, der Vorhersage, gleichsam die Zeit des Frohlockens, er macht aber nicht mit die Zeit der Klage, des Leides. Wenn sich diese Gemütsstimmung nun fortpflanzt in die Persönlichkeit des Raffael hinein, finden wir es da nicht begreiflich, daß Raffael mit so großer Hingabe Madonnenbilder, Kinderbilder malt, verstehen wir da nicht, warum er keinen Verrat des Judas, keine Kreuztragung, kein Golgatha, keinen Ölberg malt? Die in dieser Art existierenden Bilder müssen auf Bestellung gemacht sein, in ihnen drückt sich wirklich nicht das Wesen Raffaels aus. Warum liegen gerade diese Bilder nicht in Raffael? Weil er als Johannes der Täufer nicht mehr mitgemacht hat das Mysterium von Golgatha.

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