{"corpus":"steiner","locus":"GA 143/1912-05-16/p019","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So haben wir vier Gestalten als Persönlichkeiten gebracht. Das war abendländische Anschauung. Nun kommt die geisteswissenschaftliche Vertiefung. Durch diese werden die Menschen schon erfahren, warum zum Beispiel Raffael jene magnetische Anziehungskraft verspürt, in die Erde herein inkarniert zu werden just an einem Karfreitage, um durch die Geburt am Karfreitag äußerlich anzudeuten, daß er etwas zu tun hat mit dem Ostergeheimnis. Diese Dinge können heute nur angedeutet werden; wenige Jahrzehnte werden vergehen, dann werden die Leute die Dinge, die damit behauptet werden, so einsehen, wie sie heute naturwissenschaftliche Tatsachen einsehen: daß nämlich dieselbe Individualität es ist, die in Elias, Johannes dem Täufer, Raffael und Novalis gelebt hat. Erst werden sie die Persönlichkeiten erkennen, dann die Individualität, wie sie durch jene hindurchgegangen ist. Und nun begreifen wir die vierfache Heroldschaft und das Aufsteigen in dieser vierfachen Heroldschaft. Nun stehen wir zu einer solchen Sache ganz anders, als wir früher zu ihr gestanden haben. Heute weiß man ja schon, daß man die Stanzen in Rom nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form sieht; sie sind verdorben, sind nicht mehr so, wie sie von Raffaels Hand hingemalt worden sind, und es brauchen nur noch Jahrhunderte zu vergehen, daß diese Dinge verschwinden. Wenn auch die Nachbildungen ein längeres Leben haben werden, wird das in seine Atome aufgelöst, was die Individualität geschaffen hat. Mögen die physischen Werke von Raffael aber auch pulverisiert werden im Laufe der Zeit, wir wissen, daß dieselbe Individualität, die jene Werke hergestellt hat, schon wieder da war in Novalis und auf eine andere Weise bewirkt hat, was in ihr war.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zur Synthese der Weltanschauungen Eine vierfache Heroldschaft","site_heading":null,"date":"1912-05-16","location":null,"word_count":257,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/143/1912-05-16/p019","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/143/1912-05-16/p019"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/143/1912-05-16/p019","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}