Zur Synthese der Weltanschauungen Eine vierfache Heroldschaft
Es wird sich immer mehr und mehr zeigen, wie von einem einheitlichen Grundprinzip und Grundimpuls aus die Dinge eigentlich gedacht sind, die wir innerhalb unserer anthroposophischen Bewegung unternehmen, und wie das einzelne nicht einer Laune sein Dasein verdankt, sondern so hineingestellt wird, daß es sich als einzelner Baustein in unsere ganze Arbeit wirklich hineinfügt. Dazu ist natürlich notwendig, daß immer mehr und mehr auch den einzelnen Mitgliedern aufgeht ein Verständnis für dieses Zusammenwirken und daß man hinauskommit über die Sonderinteressen und Sonderbestrebungen und sich mehr richtet auf das, was uns vereint. Gewiß, es ist ja begreiflich, daß viele Sonderbestrebungen und Sonderwünsche bei den einzelnen Mitgliedern sind, daß die einen dies und die anderen das hineintragen möchten in die anthroposophische Bewegung. Aber insbesondere hier an diesem Orte, wo ein wirklich selbstloses Zusammenwirken notwendig sein wird, wenn wir das Projektierte wirklich zusammenbringen wollen, muß es sich tief, tief in die Herzen einwurzeln, daß wir nur dann günstig wirken werden, wenn wir nicht unsere Sonderbestrebungen geltend machen, sondern dasjenige, was sich eingliedert dem Ganzen, das angestrebt wird, als ein Baustein. Denn sonst kann es nicht ein Ganzes werden. Das ist so außerordentlich wichtig, und in dieser Beziehung glaube ich, ist auch das Zustandekommen dessen, was da geschehen soll, die Grundlage für ein Studium dessen, wie die anthroposophische Bewegung sich entwickeln sollte.
Cite:
GA 143/1912-05-16/p030 · edition original