{"corpus":"steiner","locus":"GA 144/1913-02-04/p008","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Da finden wir Seelen, welche in einer gewissen Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt recht schwere Lebensverhältnisse durchzumachen haben. Zunächst hat man als Seher den Eindruck, daß diese Seelen - eine gewisse Kategorie von Seelen - in der geistigen Welt Diener geworden seien von recht furchtbaren geistigen Wesenheiten, und daß sie sich selber durch ihr Leben vor dem Tode zu dieser Arbeit verurteilt haben, in der sie Diener sind von recht furchtbaren Geistern. Man arbeitet sich als Seher allmählich hinein, das schwere Schicksal dieser Seelen zu verstehen, und zwar auf folgende Weise arbeitet man sich da hinein. Man bildet in sich heran intimer den Gedanken, wie der Mensch in seinem physischen Leben von der Geburt bis zum Tode lebt, wie — das ist oftmals im Verlaufe unserer geisteswissenschaftlichen Vorträge dargestellt worden — durch eine innere Gesetzmäßigkeit des Erlebens der sogenannte naturgemäße oder natürliche Tod herbeigeführt wird, wenn der Mensch sozusagen im Alter seine Lebenskräfte erschöpft hat. Von diesem Tode wollen wir jetzt nicht sprechen. Aber es gibt andere Tode. Es gibt diejenigen Tode, durch die der Mensch in der Blüte seines Lebens durch äußere Unglücksfälle oder durch Krankheiten hingerafft werden kann. Wir sterben nicht alle, nachdem das Maß unseres Lebens erfüllt ist. Die Menschen sterben in jedem Lebensalter, und fragen müssen wir uns: Woher kommen denn die Kräfte, welche diesen Toden in den verschiedenen Lebensaltern zugrunde liegen? Das verstehen wir, daß der Mensch, wenn seines Lebens Maß erfüllt ist, einmal sterben muß. Wie das aus den geistigen Welten heraus sich motiviert, haben wir oft gesehen. Aber alles, was in der physischen Welt geschieht, geschieht durch Einflüsse aus der geistigen Welt. Auch die Tode, die gewissermaßen zur Unzeit eintreten, geschehen durch Einflüsse aus der geistigen Welt; das heißt, sie werden veranstaltet durch Kräfte und Wesenheiten der geistigen Welt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag","site_heading":null,"date":"1913-02-04","location":null,"word_count":299,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/144/1913-02-04/p008","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/144/1913-02-04/p008"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/144/1913-02-04/p008","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}