{"corpus":"steiner","locus":"GA 144/1913-02-04/p013","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Die Bequemlichkeit ist eine allgemeine, weit verbreitete Eigenschaft der Menschen. Und verfolgt man die Seelen, die damit verbunden waren, nach dem Tode, so sieht man, wie sich diese Sucht nach Bequemlichkeit fortsetzt nach dem Tode, und wie der Mensch dann gleichsam eine Provinz durchleben muß, in welcher er sogar eine gewisse Zeit zwischen dem Tode und der neuen Geburt damit zubringen muß, daß er wegen der Bequemlichkeit, als Wirkung dieser Bequemlichkeit, zu einem Diener wird — als Seele — des Gottes oder der Götter der Widerstände, jener Götter, die alle die entsprechenden Widerstände der Entwickelung entgegensetzen. Und das sind wieder die Geister, die unter der Oberherrschaft des Ahriman stehen. Ahriman hat verschiedene Dinge zu tun, unter anderem auch das, daß er aus der spirituellen Welt die Kräfte in die physische Welt hereinleitet, welche im physischen Leben die Widerstände hervorrufen. So sind die Menschen auf der einen Seite bequem, aber auf der anderen Seite stellt sich das Leben der bequemen Menschen auch so heraus, daß man, wenn man so etwas tun will, wieder an ein allgemeines Weltengesetz stößt. Die Widerstände sind überall da, wenn sie auch nicht in der grotesken Form da sind, in der sie einmal ein deutscher Dichter und Ästhetiker geschildert hat. Sie sind aber da in der allertragischsten Form. Ein deutscher Dichter hat sie geschildert als die sogenannte «Tücke des Objekts». Diese «Tücke des Objekts» tritt zum Beispiel besonders hervor, wenn ein Prediger auf der Kanzel steht und eine ungeheuer lange Tirade zu sprechen hat; da setzt sich ihm eine Fliege auf die Nase - und er muß furchtbar niesen. Das ist die «Tücke des Objekts». Aber eigentlich tritt sie erst recht dann hervor, wenn Menschen, die in dieser Beziehung Unglücksmenschen sind, auf Schritt und Tritt dieser «Tücke des Objekts» ausgesetzt sind. Friedrich Theodor Vischer hat ja einmal einen Roman geschrieben, wo jemand fortwährend dieser «Tücke des Objekts» ausgesetzt ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag","site_heading":null,"date":"1913-02-04","location":null,"word_count":312,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/144/1913-02-04/p013","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/144/1913-02-04/p013"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/144/1913-02-04/p013","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}