{"corpus":"steiner","locus":"GA 144/1913-02-04/p018","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Abstrakt machen sich ja die Menschen heute genügende Vorstellungen von dem, was hier gemeint ist. Jeder Mensch weiß heute, wenn er nur ein bißchen gelernt hat, wie die Pflanzendecke zusammenhängt mit dem Wirken des Lichtes, welches die Sonne herabsendet, wie die Pflanzen nicht wachsen können ohne die bestimmten Wirkungen der Sonnenstrahlen. Und etwas ahnen können ja die Menschen, daß nicht nur auf die Pflanzenwelt dasjenige einen Einfluß hat, was auf der Sonne vorgeht, sondern daß auch die Sternenwelt einen Einfluß hat. Da wird es ja allerdings so, daß da schon die Menschen ins Ungläubige hineinfallen. Aber es gab noch einen großen, bedeutenden Geist in einer Zeit, die noch gar nicht so weit hinter uns liegt, der sich ganz naturwissenschaftlich zum Beispiel beschäftigte mit dem Einfluß des Mondes auf die Witterung und damit auch auf die Vegetation der Erde. Ich meine Gustav Theodor Fechner. Er hat nicht vom Standpunkte irgendeines Aberglaubens, sondern vom Standpunkte ganz empirischer Beobachtungen festzustellen versucht, wie anders der Neumond, wie anders der Vollmond zum Beispiel auf die Regenverhältnisse der Erde wirkt und so weiter. Es hat viele Leute gegeben, die gerade dadurch ihre naturwissenschaftliche Gesinnung dokumentieren wollten, daß sie Gustav Theodor Fechner mit seinen Monduntersuchungen auslachten. Einer, der besonders stark lachte, war der berühmte Botaniker Schleiden, der der Meinung war, daß es gewiß nicht vom Vollmond und vom Neumond abhänge, ob einmal durch vierzehn Tage hindurch mehr oder weniger Regenmenge sei. Da sagte Gustav 'Theodor Fechner — es war das in einer Zeit, da noch gegenüber den heutigen etwas patriarchalische Verhältnisse waren -: Wir wollen einmal die Sache auf dem Umwege durch die Frauen entscheiden; die gelehrten Männer kommen sehr leicht in Streit. Da eben damals noch etwas patriarchalische Verhältnisse waren, so hatten die beiden Frauen, die Frau Professor Schleiden und die Frau Professor Fechner, in ihrem Hofe in Leipzig immer die Gefäße aufgestellt, um das Regenwasser für die Wäsche aufzufangen, und Gustav Theodor Fechner machte nun den Vorschlag, daß einmal die Frauen über die Frage nach der größeren Regenwassermenge entscheiden sollten, indem die Frau Professor Schleiden immer zur Neumondzeit, seine Frau dagegen immer zur Vollmondzeit ihre Geschirre auf den Hof herausstellen sollte. Es würde sich dann schon zeigen, in welchem Zeitraum die größere Regenmenge fiele. Und siehe da, die Frau Professor Schleiden war gar nicht mit ihrem Gemahl einverstanden, denn sie bekam die geringere Regenwassermenge!","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag","site_heading":null,"date":"1913-02-04","location":null,"word_count":389,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/144/1913-02-04/p018","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/144/1913-02-04/p018"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/144/1913-02-04/p018","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}