Vierter Vortrag
Einstmals in alten Zeiten hatten die Menschenseelen ein gewisses Hellsehen gehabt, und noch in den letzten Zeiten der ägyptisch-chaldäischen Kultur war dieses Hellsehen so vorhanden, daß der Mensch, wenn er zum Sternenhimmel hinaufsah, nicht bloß die physischen Sterne sah, sondern da sah er noch die geistigen Wesenheiten, die mit diesen Sternen vereinigt sind. Das gab einen anderen Eindruck auf die Menschenseele, wenn sie in den Zwischenzuständen zwischen Wachen und Schlafen ins Universum hinaussah und Spitituelles sah, als die Eindrücke, die es heute für die Menschenseele gibt, wenn man im heutigen Sinne die Wissenschaft lernt, oder wenn man überhaupt mit dem gewöhnlichen heutigen Bewußtsein lebt. Aber alle die Seelen, die heute leben, die heute verkörpert sind, waren ja in der ägyptisch-chaldäischen Zeit auch verkörpert. Alle die Seelen, die heute hier sitzen, haben einst aus ihren Leibern herausgeschaut in den Sternenraum, haben teilgenommen an dem spirituellen Leben im Universum und die Eindrücke davon empfangen. Das hat sich auf die Seelen abgelagert, das ist ein Bestandteil der Seelen geworden. Alle die heutigen Seelen haben einstmals hinausgeschaut in das Universum und die spirituellen Eindrücke ebenso empfangen, wie sie heute die Eindrücke der Farben und Töne empfangen. Im Grunde der Seelen ist es, und die Seelen bauten sich ihre Leiber danach auf. Aber die Seelen haben es vergessen! Für das heutige Bewußtsein ist es nicht mehr in den Seelen. Und was an aufbauenden Kräften in den Seelen entspricht dem Alten, was damals die Seelen aufgenommen haben, das kann jetzt nicht am Leibe bauen, das läßt den entsprechenden Teil des physischen Leibes und Ätherleibes tot. Und wenn nichts anderes einträte, wenn die Menschen nur fortleben würden mit jenen Wissenschaften, die sich auf das äußere Physische beziehen, so müßten die Menschen immer mehr und mehr verfallen, weil die Seelen das — von den einstigen Eindrücken der spirituellen Welt —, was zum Beleben und zum Aufbau des physischen Leibes und Ätherleibes gehört, vergessen haben.
Cite:
GA 144/1913-02-07/p015 · edition original