Erster Vortrag

GA 145/1913-03-20/p008 ·1913-03-20 · original (original)
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Wenn Sie für eine solche Sache Beweise haben wollen, so müssen Sie diese Beweise in der natürlichsten Weise suchen, in der sie zu finden sind: nämlich dann, wenn Sie selber in eine ähnliche Lage sich versetzt fühlen, wenn Sie selber an einen andern Ort kommen. Versuchen Sie auf sich zu achten, dann werden Sie sehen, daß Sie diese Tatsache des Okkultismus bewahrheitet finden. Es ist außerordentlich wichtig, eine solche Tatsache ins Auge zu fassen, einfach aus dem Grunde, weil diese Tatsache sich allmählich ausbildet zu einer ganz bestimmten Empfindungsfähigkeit. An seinem Blut bemerkt derjenige, der in seinem Herzen Anthroposoph geworden ist, den Charakter einer fremden Stadt. Er braucht gar nicht viel auf anderes einzugehen: an seinem Blut kann er es schon bemerken, wie die Gegenden der Erde voneinander verschieden sind. Dagegen sondert sich wiederum das Nervensystem in einer anderen Weise heraus aus dem gesamten Organismus. Derjenige, der sich mit Anthroposophie unter den angegebenen Bedingungen durchdringt, wird nach und nach bemerken, daß er zum Beispiel den Unterschied der vier Jahreszeiten, namentlich den Unterschied von Sommer und Winter, noch in einer ganz anderen Weise empfindet als der sonstige normale Mensch der Gegenwart. Der normale Mensch der Gegenwart fühlt an seinem eigenen physischen Leibe eigentlich im Grunde genommen zumeist doch nur den Temperaturunterschied. Derjenige, der in der angedeuteten Weise Anthroposophie zu seinem Seeleninhalt gemacht hat, der empfindet nicht nur den Temperaturunterschied, sondern getrennt davon hat er noch ein besonderes Erleben in seinem Nervensystem, so daß es ihm zum Beispiel leichter wird, gewisse Gedanken, die an das physische Gehirn gebunden sind, im Sommer zu fassen als im Winter. Nicht als ob es unmöglich wäre, im Winter diese oder jene Gedanken zu fassen; aber man kann deutlich erfahren, daß es im Sommer leichter ist als im Winter, daß sie im Sommer sozusagen leichter fließen als im Winter. Man kann auch bemerken, daß im Winter die Gedanken leichter abstrakt und im Sommer leichter bildhaft, anschaulicher werden. Das kommt davon her, daß das Werkzeug für den physischen Plan, das Nervensystem, in feiner Weise mitschwingt mit der Veränderung der Jahreszeiten, innerlich unabhängiger vom Gesamtorganismus mitschwingt, als das sonst der Fall ist.

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Cite: GA 145/1913-03-20/p008 · edition original