{"corpus":"steiner","locus":"GA 145/1913-03-29/p005","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn man den noch nicht okkult entwickelten Menschenleib betrachtet, nimmt man wahr eine Anzahl von Bildern, von Imaginationen. Das, was physische Materie ist, das verschwindet ja für den hellseherischen Blick, an die Stelle treten Imaginationen; aber die sind so zusammengeschoben, daß sie den freundlichen, innerlich erglänzenden Anblick einer Person, die in okkulter Entwicklung begriffen ist, nicht zeigen, sondern sich so zeigen wie in sich verfinsterte Materie. Aber auch bei dem noch nicht entwickelten Menschen zeigen sie sich, und zwar wie Teile, und jeder Teil bezieht sich auf etwas im Makrokosmos. Im wesentlichen kann man zwölf Glieder unterscheiden. Jedes solche Glied ist eigentlich ein Gemälde; ein Gemälde eines Teiles der großen Welt. Wenn man alle zwölf zusammen hat, hat man den Eindruck, irgendein unbekannter Maler habe Miniaturbilder geschaffen vom Makrokosmos — zwölf an der Zahl - und habe daraus den physischen Menschenleib gebildet. Wenn nun die Persönlichkeit in okkulter Entwicklung begriffen ist, dann wird dieses Bild immer größer und größer, aber auch innerlich immer freundlicher und freundlicher, von innen heraus leuchtend. Das kommt daher: Bei einer Persönlichkeit, die nicht in okkulter Entwicklung begriffen ist, wird der Makrokosmos nur in seinem physischen Aspekt abgebildet; bei einer Persönlichkeit aber, die eine okkulte Entwicklung durchmacht, zeigt sich immer mehr und mehr in den Bildern auch der geistige Inhalt, zeigen sich die Bilder der geistigen Wesen des Makrokosmos. So stellt sich uns die okkulte Entwicklung auch noch so dar, daß die in einer okkulten Entwicklung begriffene Persönlichkeit von einem bloß physischen Mikrokosmos immer mehr und mehr ein geistiger Mikrokosmos wird; das heißt, daß sie immer mehr in sich die Bilder nicht bloß von Planeten und Sonnen, sondern von Wesenheiten der höheren Hierarchien zeigt. Das ist der Unterschied zwischen einer nicht in okkulter Entwicklung begriffenen Person und einer solchen, die in okkulter Entwicklung begriffen ist. Und immer höhere Hierarchien zeigen sich, je mehr der Mensch in seiner okkulten Entwicklung vorwärts dringt. Man lernt also sozusagen das Gefüge der Welt kennen, indem man hellseherisch den physischen Menschenleib betrachtet.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Elfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1913-03-29","location":null,"word_count":331,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/145/1913-03-29/p005","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/145/1913-03-29/p005"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/145/1913-03-29/p005","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}