Elfter Vortrag
Wie ist es denn bei den Tieren? Ja, wenn man mit hellseherischem Blick die Tiere anschaut, dann verwandelt sich ihr physischer Leib auch in Imaginationen, und dann weiß man: Diese Tiere sind nicht das, was sie in der Maja erscheinen, sondern sie sind Imaginationen, das heißt sie sind in einem Bewußtsein vorgestellte Imaginationen. Wer stellt denn die Tiere als Imaginationen vor? Bei wem sind sie die Imaginationen? Tiere, auch Pflanzen in ihren äußeren Formen - aber Pflanzen weniger als Tiere und am wenigsten die Mineralien - sind Imaginationen Ahrimans. Unsere Physiker suchen nach den materiellen Gesetzen in den äußeren Naturreichen; der okkultistische Erkenner kommt immer mehr und mehr darauf, daß die äußeren Naturreiche, insofern sie sich als materielle Wesenheiten darstellen, Imaginationen Ahrimans sind. Wir wissen ja, daß den Tieren zum Beispiel Gruppenseelen zugrunde liegen. Die Gruppenseelen sind nicht Imaginationen Ahrimans, sondern die einzelnen Individuen der Tiere in äußeren Gestalten sind die Imaginationen Ahrimans. Wenn wir also das Reich der Löwen haben, so ist die Gruppenseele derselben angehörig sozusagen den guten geistigen Wesenheiten, und der Kampf Ahrimans gegen die guten geistigen Wesenheiten besteht eben darin, daß er ihnen ihre Gruppenseele preßt in die einzelnen individuellen Gestalten der Tiere und denen aufprägt seine Imaginationen. Die einzelnen Löwengestalten, wie sie draußen real herumlaufen in der Welt, sind aus den Gruppenseelen herausgezwängt durch Ahriman. So zeigt sich uns auch die Umwelt allmählich sich verwandelnd in etwas ganz anderes, als sie in der Maja erscheint.
Cite:
GA 145/1913-03-29/p013 · edition original