Elfter Vortrag

GA 145/1913-03-29/p018 ·1913-03-29 · original (original)
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Es kann also der Fall eintreten, daß ein Mensch nur bis zu der Empfindungsseele entwickelt ist, das heißt, daß er ganz und gar seinen persönlichen Begierden, Trieben und so weiter die Herrschaft läßt. Nehmen wir an, ein solcher würde hinaufgeschraubt durch okkulte Entwicklung. Die Folge wäre, daß er seine Empfindungsseele umgestaltet in seine Intuitionsseele und er gewisse Intuitionen hätte; aber diese Intuitionen stellten sich als nichts anderes dar denn als die Umgestaltungen seiner eigenen persönlichen Triebe, Begierden und Instinkte. Ein Mensch, der mit seiner moralischen Entwicklung bis zur Verstandesseele gekommen ist, das heißt, der reinliche Begriffe, allgemeinere Begriffe sich angeeignet hat, der in seinem Gemüte umfaßt allgemeine Welteninteressen in gewisser Weise, der wird wenigstens seine Gemütsseele in die Inspirationsseele verwandeln und er kann zu gewissen Inspirationen kommen, wenn auch noch immer seine hellsichtige Kraft nicht ganz reinlich ist.

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