Elfter Vortrag

GA 145/1913-03-29/p025 ·1913-03-29 · original (original)
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Damit, meine lieben Freunde, haben wir eine Skizze von dem geliefert, was im Laufe dieser unserer Vorträge gegeben werden konnte unter dem Thema: Die Veränderungen der menschlichen Hüllen und des menschlichen Selbstes im Laufe einer ernsthaft getriebenen anthroposophischen Entwicklung oder einer esoterisch okkulten Entwicklung, was ja im Grunde durchaus auch zusammenfallen kann. Sie haben gesehen, wie wir begonnen haben sozusagen bei den kleinen, kaum wahrnehmbaren Veränderungen des physischen Leibes, die der in okkulter Entwicklung Begriffene zuerst leise wahrnimmt: die einzelnen Glieder des physischen Leibes werden wie innerlich lebendiger und lebendiger, während uns sonst nur der gesamte physische Leib des Menschen wie ein Lebendiges vorkommt. Dann haben wir gesehen, wie gewisse Veränderungen vorgehen, die gewaltige Tatsachen des Innenlebens darstellen: diejenigen Veränderungen des astralischen Leibes und des Selbstes, welche jene gewaltigen Imaginationen geben, durch die wir uns wie an den Anfang unserer Erdenmenschheitsentwicklung versetzt fühlen können, ja noch ein Stück darüber hinaus, die zur Paradieses- und zur Kain-Abel-Imagination führen. Sie haben gesehen, wie in der Tat als eine Wirklichkeit eine Art von Kraft im physischen Leib entsteht, die ihn befähigt, sich gleichsam zu zerteilen; er bleibt aber doch zusammen, er gibt nicht nach, weil hier in unserem Menschheitszyklus die okkulte Übung nicht so weit gehen darf, daß es zur Schädigung des physischen Leibes führt. Aber es gibt doch eine Stärke der okkulten Entwicklung, welche bis an die Möglichkeit heranführt, daß der physische und der Ätherleib sich innerliche Zerstörungskräfte heranerziehen; und im Grunde genommen ist das immer da, wenn der Mensch die Begegnung mit dem Hüter der Schwelle hat. Diese Begegnung mit dem Hüter der Schwelle ist gar nicht möglich, ohne daß man vor der Gefahr steht, in gewisser Beziehung Zerstörungskräfte einzupflanzen seinem physischen und ätherischen Leibe; aber eine jede richtige okkulte Entwicklung schafft zugleich die Gegenmittel, und diese Gegenmittel sind gegeben in dem, was Sie in meiner «Geheimwissenschaft» als die sechs okkulten Nebenübungen bezeichnet finden: Gedankenkonzentration, das heißt starkes Anspannen seiner Gedanken, konzentriertes Zusammenfassen seiner Gedanken; Herausentwicklung einer gewissen Initiative des Willens, eines gewissen Gleichmaßes von Lust und Leid, eine gewisse Positivität im Verhalten zur Welt, einer gewissen Unbefangenheit. Wer diese Eigenschaften in seiner Seele parallel der okkulten Entwicklung heranerzieht, bei dem entwickelt sich allerdings auf der einen Seite eine Art Bestreben des physischen und ätherischen Leibes, zu zerbrechen, das heißt, Todeskeime unter dem Einflusse der okkulten Entwicklung aufzunehmen; aber in dem gleichen Maße, wie sich das entwickelt, wird es aufgehoben, so daß es eigentlich nie wirksam ist, wenn der Mensch die genannten Eigenschaften entwickelt oder durch seine moralische Entwicklung ohnedies schon genug hat an Eigenschaften, die diesen sechs Eigenschaften gleichkommen.

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Cite: GA 145/1913-03-29/p025 · edition original