Erster Vortrag

GA 146/1913-05-28/p005 ·1913-05-28 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Es ist noch nicht lange her, da haben die Völker Europas, die Völker des Westens überhaupt, noch wenig gewußt von dieser Bhagavad Gita. Erst heute, ein Jahrhundert lang, verbreitet sich im Westen der Ruhm dieser wunderbaren Dichtung und die Kenntnis dieses wunderbaren Sanges. Aber gerade das soll der Gegenstand dieses unseres Vortragszyklus diesmal sein, daß die Erkenntnis — nicht die bloße Kenntnis —, daß die Erkenntnis der wundervollen morgenländischen Gita im Grunde erst wird kommen können, wenn die Grundlagen dieses herrlichen Sanges sich immer mehr und mehr den Menschenseelen enthüllen werden, diejenigen Grundlagen, welche man die okkulten Grundlagen desselben nennen kann. Denn entsprungen ist dasjenige, was uns in der Bhagavad Gita entgegentritt, noch einem Zeitalter, von dem wir im Zusammenhange unserer geisteswissenschaftlichen Betrachtungen öfter schon gesprochen haben, entsprungen sind die gewaltigen Empfindungen, Gefühle und Ideen der Bhagavad Gita einem Zeitalter, in das noch hereingeleuchtet haben die Kundgebungen alten menschlichen Hellsehertums. Für denjenigen, der empfinden will, was Seite für Seite die Bhagavad Gita aushaucht, wenn sie zu uns spricht, für den gibt sich auch Seite für Seite etwas kund wie ein Hauch uralten Hellsehertums der Menschheit.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/146/1913-05-28/p005.json
Cite: GA 146/1913-05-28/p005 · edition original