Zweiter Vortrag

GA 146/1913-05-29/p013 ·1913-05-29 · original (original)
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Zunächst ist dies in gewissem Sinne eine Trivialität, nur ist es eine Trivialität von ganz besonderer Art. Der Abendländer hat in vieler Beziehung ein recht kurzes Denken, ein recht kurzes Bewußtsein. Er bedenkt gar nicht, daß alles in Entwickelung ist. Davon zu sprechen, daß dasjenige, was ich eben jetzt als eine Unterweisung des Krishna ausgesprochen habe, davon zu sprechen, daß das trivial sei, das kommt etwa dem gleich, wie wenn jemand sagen würde: Ja, da verehrt man den Pythagoras als einen so großen Geist, aber seinen Lehrsatz kennt ja jeder Schulbub und jedes Schulmädchen. — Das wäre doch ein sehr törichtes Urteil, wenn man von dem Umstand, daß jeder Schulbub den Pythagoräischen Lehrsatz kennt, schließen würde, daß Pythagoras eben kein großer Mann gewesen sei, weil er den Pythagoräischen Lehrsatz gefunden hat. Da merkt man das Törichte nur; man merkt es aber nicht mehr, wenn man nicht empfindet, daß dasjenige, was heute alle westländischen Philosophen plappern können als Krishnaweisheit: von der Ewigkeit des Geistes, von der Unsterblichkeit des Geistes, daß das in der Zeit, als es Krishna verkündete, eine hohe Weisheit war.

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