Zweiter Vortrag

GA 146/1913-05-29/p026 ·1913-05-29 · original (original)
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Die Veden enthalten im Sinne des Krishna nicht Unwahrheit, aber Krishna will nicht, daß Arjuna dasjenige, was in den Veden gegeben ist, dogmatisch hinnimmt wie die Vedenschüler, sondern Krishna will ihn heranerziehen, daß er von dem ursprünglichsten Entwickelungspunkt der Menschenseele ausgehe. Da muß alle dogmatische Weisheit beiseite gesetzt werden. Dann könnte Krishna etwa sprechen, wie beiseite — wir können uns ja vorstellen, daß Krishna zu sich beiseite spricht —, dann könnte er sich sagen: Und wenn Arjuna auch zuletzt zu all demselben kommen soll, was in den Veden steht, ich muß ihn ablenken von den Veden, denn er soll den eigenen Weg aus den Ursprüngen seiner Seele machen. — Von Krishna werden die Veden abgelehnt, gleichgültig, ob sie Wahrheit oder Unwahrheit enthalten. Denn vom Ursprünglichen der Seele soll Arjuna den Weg nehmen, er soll aus sich, aus einer inneren Eigenheit den Krishna kennenlernen. Für Arjuna muß vorausgesetzt werden, was vorausgesetzt werden kann, wenn man in die konkreten Wahrheiten der oberen übersinnlichen Welten wirklich eintreten kann. So daß also, nachdem Krishna den Arjuna aufmerksam gemacht hat auf etwas, was von diesem Zeitraum der Verkündung der Bhagavad Gita an, allgemein menschlich ist, nachdem er ihn darauf geführt hat, er ihn auch dahin führen muß, zu erkennen, was er bekommen soll durch den Yoga. Denn Yoga muß Arjuna erst durchmachen. Das ist die Steigerung zu einer nächsten Etappe hinauf.

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Cite: GA 146/1913-05-29/p026 · edition original