Siebenter Vortrag

GA 146/1913-06-03/p012 ·1913-06-03 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Das alles erwähne ich, um zu zeigen, welche Schwierigkeit die äußere Wissenschaft immer hat und haben muß, wenn sie die Wahrheit erkennen will. Zwar wird sie Schlüsse machen und dann wohl auf die Wahrheit kommen. Aber das wird für eine gewisse Anzahl von Menschen nicht notwendig sein, denn es wird ja diese Wissenschaft allmählich unterstützt werden von dem hellsichtigen Erkennen, für das sich allerdings diese Kräfte ganz anders verhalten als die Kräfte, die wir draußen im mineralischen, pflanzlichen, tierischen Reich regsam finden. Ich kann jetzt nicht darauf eingehen, daß ein oberflächlicher Einwand der wäre, daß die Tiere ja auch schlafen. Solche Einwände sind logisch wirklich ganz minderwertig, aber man bemerkt nicht ihre Minderwertigkeit, weil man nicht nach dem Wesen der Sache, sondern nach Begriffen urteilt. Derjenige, der den tierischen Schlaf in diese Betrachtung hereinbringen würde, der würde logisch denselben Fehler begehen, wie wenn jemand sagen würde: Ich spitze meinen Bleistift mit einem Messer und ich rasiere mich mit einem Messer, — und der andere würde sagen: Das kann ja gar nicht sein, ein Messer gehört zum Fleischschneiden. — So urteilen die Menschen überall. Die Menschen denken, dasselbe habe für andere Reiche dieselbe Funktion. Das ist aber derselbe Fehler, wie wenn jemand, der nur ein Messer beim Fleischschneiden gesehen hat, und nun sieht, wie ein Messer zum Rasieren verwendet wird, das Rasieren mit dem Fleischschneiden zusammenbringen würde. Der Schlaf ist beim Menschen eine ganz andere Funktion als beim Tier.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/146/1913-06-03/p012.json
Cite: GA 146/1913-06-03/p012 · edition original