Siebenter Vortrag
So ist es seit jenem Zeitalter, das wir das lemurische Zeitalter nennen, seit dem eigentlich die gegenwärtige Menschheit ihre Entwickelung begonnen hat. Damals — Sie finden diesen Moment genauer dargestellt in meiner «Geheimwissenschaft» — fand der luziferische Einfluß auf den Menschen statt und brachte Dinge über den Menschen, die wir folgendermaßen charakterisieren können: Aus diesem luziferischen Einfluß kam neben allem anderen dasjenige, was heute den Menschen fortwährend zwingt, sich zur Tierheit herabzuquälen. Dasjenige aber, was der Menschennatur beigemischt ist, was der Mensch eigentlich, so wie er ist, noch nicht erkennt, die schöpferischen Kräfte, das waltete vor dem luziferischen Impuls als Menschtum in der ersten lemurischen Zeit. Wir steigen auf in der Betrachtung von dem gewordenen Menschen zu dem werdenden, von dem Menschen als Geschöpf zu den menschenschöpferischen Kräften. Das erweitert aber unseren Blick zugleich in jene alte lemurische Zeit hinein, da der Mensch noch ganz und vollkommen durchsetzt war von diesen schöpferischen Kräften. Damals wurde also der Mensch in seiner heutigen Gestalt. Wenn wir das Menschengeschlecht verfolgen von diesem Zeitpunkt der lemurischen Zeit an, so haben wir durch alles hindurch, was dann gekommen ist, immer diese Doppelnatur des Menschen vor uns. Eingetreten ist der Mensch damals in eine Art niedere Natur. Aber dazumal — das zeigt uns der zurückgewandte hellsichtige Blick in die Akasha-Chronik - ist neben jenen auch von menschenschöpferischen Kräften durchsetzten Menschen gleichsam hinzugetreten, wie eine Schwester- oder Bruderseele, eine bestimmte Seele. Es wurde gewissermaßen zurückgehalten diese Schwesterseele, die nicht in die Menschenevolution hineinversetzt worden ist. Sie blieb nur durchsetzt von menschenschöpferischen Kräften. Es blieb zurück ein Mensch, in der alten lemurischen Zeit, gleichsam die Schwester- oder Bruderseele — denn für jene Zeit ist das ja einerlei —, es blieb zurück die Bruderseele des Adam. Diese Seele blieb damals zurück, diese Seele konnte nicht eingehen in den physischen Menschheitsprozeß. Sie blieb zurück und waltete unsichtbar für den physischen Menschheitsprozeß. Sie wurde nicht geboren wie die Menschen im fortlaufenden Prozeß. Denn wäre sie geboren worden und gestorben, dann wäre sie ja eingetreten in den physischen Menschheitsprozeß. Sie waltete im Unsichtbaren und konnte nur wahrgenommen werden von denjenigen, die sich hinauferhoben zu jenen hellsichtigen Höhen, zu jenen hellsichtigen Kräften, die erwachen in dem Zustande, der sonst der Schlaf ist. Denn dann ist der Mensch verwandt mit den Kräften, die lauter in der Schwesterseele walten. Der Mensch ging ein in die Evolution, aber darüber waltend lebte, sich opfernd, eine Seele, die sich zunächst nicht verkörperte während des ganzen Menschheitsprozesses, die nicht nach Verkörperungen strebte, die nicht nach Geburt und Tod strebte wie die Menschenseelen. Diese Seele wurde nur sichtbar, konnte sich nur zeigen, wenn die Menschen schlafend hellsichtig werden konnten. Sie wirkte aber doch auf die Menschheit, diese Seele, da, wo die Menschheit in besonderem Hellsehen ihr entgegentrat. Das waren Menschen, welche durch Schulung oder naturgemäß solche hellsichtigen Kräfte besaßen, die die schöpferischen Kräfte erkennen konnten. Und wo solche Schulen in der Geschichte auftreten, kann man immer erkennen, daß sie gewahr wurden eine Seele, welche die Menschheit begleitet. In den meisten Fällen war eben diese Seele nur erkennbar solchen hellsichtigen Zuständen, die den geistigen Blick hineinerweiterten ins Schlafbewußtsein.
Cite:
GA 146/1913-06-03/p015 · edition original