Zweiter Vortrag

GA 147/1913-08-25/p004 ·1913-08-25 · original (original)
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Besonders schwierig wird sozusagen das Verhalten beim Übergang über diese Schwelle dadurch, daß innerhalb unserer Weltenordnung diejenigen Wesenheiten vorhanden sind, die in den dargestellten Erlebnissen von «Der Seelen Erwachen» und den anderen Dramen eine gewisse Rolle spielen, Wesenheiten, die wir als luziferische und ahrimanische Wesenheiten bezeichnen können. Denn um das angedeutete richtige Verhältnis vom Übergang von der einen in die andere Welt zu gewinnen, ist es notwendig, daß man sich zu diesen beiden Arten von Wesenheiten, zu den luziferischen und ahrimanischen, in der richtigen Art zu verhalten weiß. Nun wäre es zunächst am bequemsten — und dieses bequeme Auskunftsmittel wählen für sich, wenigstens theoretisch, recht viele Seelen —, daß man sagen würde: Nun ja, Ahriman scheint ein gefährlicher Geselle zu sein, und wenn er seinen Einfluß auf die Welt und das menschliche Handeln hat, so ist es das einfachste, man tilgt die Impulse, die von Ahriman kommen, aus der Menschenseele aus. — Es scheint das am bequemsten zu sein, ist aber für die geistige Welt ebenso gescheit, als wenn jemand das Gleichgewicht auf einer Waage dadurch herzustellen versucht, daß er da, wo die Waage herunterdrückt, die Last wegnimmt, um das Gleichgewicht dadurch herzustellen. Diese Wesenheiten, die wir als ahrimanische und luziferische bezeichnen, sind da in der Welt, haben ihre Aufgabe innerhalb der Weltenordnung, und man kann sie nicht austilgen. Es handelt sich auch gar nicht um das Austilgen, sondern darum, daß, wie die Lasten auf zwei Waageschalen, sich die ahrimanischen und luziferischen Kräfte in ihren Impulsen auf den Menschen und die anderen Wesen das Gleichgewicht halten müssen, ausgleichen müssen. Nicht dadurch führt man die richtige Wirksamkeit einer Kräfte- oder Wesensart herbei, daß man sie wegschafft, sondern dadurch, daß man sich in das richtige Verhältnis zu ihr stellt. Und diese Wesenheiten, die die luziferischen und ahrimanischen sind, sind ganz falsch aufgefaßt, wenn man einfach sagt: Das sind schädliche, sind böse Wesenheiten. — Daß sich diese Wesenheiten in einer gewissen Weise auflehnen gegen die allgemeine Weltenordnung, die schon vorgezeichnet war, bevor sie in diese Weltenordnung eingetreten sind, rührt nicht davon her, daß diese Wesenheiten eine schädliche Tätigkeit unter allen Umständen ausüben müssen, sondern davon, daß diese Wesenheiten wie die anderen, die wir als die rechtmäßigen Wesenheiten innerhalb der höheren Welten kennenlernen, ein bestimmtes Gebiet ihres Wirkens im Ganzen der Weltenordnung haben. Und die Auflehnung, das Gegenwirken gegen die Weltenordnung besteht darin, daß sie dieses Gebiet überschreiten, daß sie die Kräfte, die sie auf ihrem rechtmäßigen Gebiet ausüben sollten, über dieses Gebiet hinaus ausüben. Betrachten wir von diesem Gesichtspunkt aus Ahriman oder die ahrimanischen Wesenheiten.

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Cite: GA 147/1913-08-25/p004 · edition original