Zweiter Vortrag

GA 147/1913-08-25/p013 ·1913-08-25 · original (original)
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So sehen wir, wie auf der einen Seite Großes und Erhabenes, was die Menschheitsentwickelung trägt und hebt, von Luzifer abhängt. Die Menschheit muß verstehen, die Impulse, die von Luzifer kommen, in den entsprechenden Gebieten zu halten. Überall da, wo Luzifer auftritt als der Pfleger des schönen Scheines, als der Pfleger der künstlerischen Impulse, da entsteht aus der luziferischen Tätigkeit Großes und Erhabenes, Gewaltiges in der Menschheit. Aber es gibt auch eine Schattenseite der luziferischen Tätigkeit. Luzifer hat überall das Bestreben, das Seelisch-Fühlsame loszureißen von dem Sinnlichen, es zu verselbständigen, es mit Egoismus und Egoität zu durchsetzen. So treten im Seelisch-Fühlsamen das Element des Eigensinnes und ähnliche Momente auf, so daß der Mensch sich im freien Schaffen allerlei Ideen bildet über die Welt - man möchte sagen auf freie Hand. Wie viele Menschen philosophieren sozusagen aus dem Handgelenk heraus, ohne sich darum zu kümmern, ob sich die Philosophiererei einfügt in den allgemeinen notwendigen Gang der Weltenordnung. Die philosophierenden Sonderlinge sind wirklich sehr verbreitet in der Welt; sie verlieben sich in ihre Meinungen, sie gleichen das luziferische Element nicht durch das ahrimanische aus, das überall fragen muß, ob das, was man innerhalb der physisch-sinnlichen Welt denkend erwirbt, auch in die Gesetze der physisch-sinnlichen Welt hineinpaßt. Und so sieht man diese Leute mit ihren Meinungen, die nichts anderes sind als eine Schwärmerei, die sich nicht der allgemeinen Weltenordnung fügt, durch die Welt laufen. Alle Schwärmereien, alle Verworrenheiten der eigensinnigen Meinungen, alle Sonderlingsmeinungen, alle falschen, schwärmerischen Idealismen, sie stammen von den Schattenseiten der luziferischen Impulse. Ganz besonders aber tritt uns in der Bedeutung für das Grenzland oder für die Schwelle zwischen dem Sinnlichen und Übersinnlichen das luziferische und ahrimanische Element entgegen, wenn man das hellsichtige Bewußtsein ins Auge faßt.

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