Zweiter Vortrag

GA 147/1913-08-25/p020 ·1913-08-25 · original (original)
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Weil Selbsterkenntnis da schwierig ist und die Seele über gewisse Eigenschaften außerordentlich schwer zur Klarheit kommt, und weil außerdem die Menschen den Drang haben, möglichst schnell in die geistige Welt hineinzukommen, ist es gar nicht zu verwundern, daß Menschen sich sagen: Ich bin schon reif, ich werde schon meine Leidenschaften beherrschen. — Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Insbesondere gibt es Eigenschaften, wo es mit dem Beherrschen recht sehr schlimm steht. Eitelkeit, Ehrgeiz und ähnliche Dinge, die sitzen so in den Menschenseelen, daß das Selbstgeständnis: Du bist eitel und ehrgeizig, du hast Machtgelüste! - nicht so leicht ist, und man sich meistens täuscht, wenn man gerade über diese Dinge mit sich zu Rate geht. Aber das sind die schlimmsten Affekte. Trägt man diese in die geistige Welt hinein, dann wird man am allerleichtesten eine Beute des Luzifer. Und weil man, wenn man merkt, man werde hin- und hergeworfen, sich nicht gerne sagt: Das kommt vom Ehrgeiz, von der Eitelkeit -, so sucht man eben die Seelentrübnis auf; und da entführt einen Luzifer in sein Reich. Dann kann man allerdings Eindrücke haben, aber sie stimmen nicht mit der Weltenordnung überein, die schon vorgezeichnet worden ist, bevor Luzifer eingegriffen hat, sondern sie sind geistige Eindrücke rein luziferischer Art. Man kann die sonderbarsten Impressionen haben; man wird sie für absolut richtige Wahrheiten halten. Man kann den Leuten alle möglichen Inkarnationen von diesen oder jenen Wesen erzählen, und es können rein luziferische Eingebungen sein und ähnliche Dinge.

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Cite: GA 147/1913-08-25/p020 · edition original