Fünfter Vortrag
Und so lebten denn lange Zeit diese Persönlichkeiten in der Burg und es war eine ziemlich große Anzahl - zwischen dem, was von oben kam, und dem, was die Burg von außen belagerte. Eines Tages aber zeigte es sich, daß die Gestalt von oben sich tiefer senkte als sonst, und auch die Belagerer mehr hereinkamen. Bei den Visionären im Schloß verbreitete sich eine unbehagliche Stimmung. Wir müssen berücksichtigen, daß Frau Balde ein Märchen erzählte. Die Visionäre kamen mit den übrigen Schloßbewohnern in eine Art von traumhafter Stimmung. Die Gestalt von oben teilte sich in einzelne Lichtwolken; aber diese wurden von den Belagerern der Burg erfaßt und verdunkelt. Das hatte zur Folge, daß allmählich die Schloßbevölkerung in Traum versetzt wurde, und dadurch wurde die irdische Lebensdauer der Schloßbewohner auf Jahrhunderte verlängert. Und sie fanden sich nach Jahrhunderten wieder; aber jetzt fanden sie sich verteilt in kleinere Gemeinden und an die verschiedensten Orte der Erde hin versetzt. Sie bewohnten wiederum kleinere Burgen, die wie eine Kopie der großen Burg waren, die sie vor Jahrhunderten bewohnt hatten. Und es zeigte sich, daß dasjenige, was sie erlebt hatten in der alten Burg, jetzt in ihrer Seele war als Seelenstärke, als Seelengut, als Seelengesundheit. Und sie konnten wacker in den Burgen alles mögliche treiben: Ackerbau, Viehzucht und so weiter; sie wurden tüchtige Leute, tüchtige Bebauer des Feldes, hatten gesunde Seelen und auch gesunde Leiber.
Cite:
GA 147/1913-08-28/p012 · edition original