Sechster Vortrag

GA 147/1913-08-29/p008 ·1913-08-29 · original (original)
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In der mittleren Linie zwischen dem Ahrimanischen in Baukunst und Plastik und dem Luziferischen in Poesie und Musik liegt die Malerei. Sie ist in gewisser Weise ein neutrales Gebiet, aber nicht ein solches, in dem man sich bequem niederlassen kann und sich sagen kann: So, nun male ich drauf los, da kann nicht Luzifer und da kann nicht Ahriman heran! — sondern in dem Sinn, daß man gerade in dieser mittleren Linie in dem Fall ist, daß nun von beiden Seiten erst recht der luziferische und ahrimanische Angriff kommt, und daß man sich in jedem Augenblicke gegen beide aufrecht zu erhalten hat, so daß also auf malerischem Gebiete im eminentesten Sinn das Unterliegen unter dem einen oder anderen Einfluß stattfinden kann. Die mittlere Linie ist immer diejenige, wo man geradezu im eminentesten Sinne zwischen den Polaritäten, zwischen den Gegensätzen den harmonischen Ausgleich durch den menschlichen Willen und die menschliche Tat herbeizuführen hat.

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